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Lockdown: Die Corona-"Notbremse" rückt näher

16:30
21.03.2021
Hoffnungen auf mehr Lockerungen des monatelangen Lockdowns sind vorerst wohl schon wieder passé. Denn das Virus breitet sich bedrohlich aus. Die Politik ringt um Freiräume - wenn auch nur begrenzte.

Berlin - Unter dem Druck immer höherer Corona-Infektionszahlen schwinden die Hoffnungen auf größere weitere Öffnungen zur Osterzeit. Vor erneuten Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Montag warnten Politiker und Mediziner vor einer Zuspitzung der Lage.

   

Kurz nach ersten Lockerungen rückt die vereinbarte "Notbremse" nun konkret in den Blick - also eine Rückkehr zu wieder schärferen Beschränkungen, wenn sich in Regionen zu viele Menschen anstecken. Diskutiert wird aber auch über Möglichkeiten für Osterurlaub zumindest im eigenen Bundesland und den Kurs bei Schulen.

Die Situation seit der jüngsten Bund-Länder-Runde hat sich drastisch gewandelt. Anfang März ging es vor allem um einen Stufenplan für mögliche Lockerungen - allerdings nicht als Einbahnstraße. Festgelegt wurde auch ein Mechanismus zurück zu Beschränkungen: Die "Notbremse" soll gezogen werden, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region oder in einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen über die Schwelle von 100 steigt.

DIE LAGE: Die hohe Dynamik zeigte sich übers Wochenende. Bundesweit lag diese Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag bei 103,9. Am Samstag waren es noch 99,9 und am Freitag 95,6. Zehn der 16 Länder liegen nun bei 100 oder darüber. Regional gibt es aber weiter deutliche Unterschiede - von 60 in Schleswig-Holstein bis 208 in Thüringen. Die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna, warnte schon am Samstag in der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern." Den Kliniken drohe nun "die dritte Extremsituation binnen eines Jahres".

DIE NOTBREMSE: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte, es gebe mit der Notbremse jetzt bereits ein wirksames Instrument. "Die muss überall in Deutschland gleich und konsequent angewendet werden", sagte der CSU-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Bei nächsten Schritten gelte es zudem, das Infektionsgeschehen in zwei Wochen vor zu empfinden und nicht nur das jetzige Niveau anzunehmen. Auch SPD-Chefin Saskia Esken mahnte "bei allem Verständnis für unsere Frühlingsgefühle" und Nöte in vielen Branchen: "Solange Testen und Impfen nicht greifen, müssen wir die geplanten Öffnungen verschieben und noch mal einen Schritt zurück gehen in den Lockdown".