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Herrmann: Schon 10 809 Polizisten mit Astrazeneca geimpft

09:23
17.03.2021
München (dpa/lby) - Knapp zweieinhalb Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen bei der bayerischen Polizei konnte bereits 10 809 Einsatzkräften das Vakzin von Astrazeneca verabreicht werden. "Wir hatten eine starke Nachfrage und haben noch Tausende, die gern geimpft werden wollen", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags in München. Die Polizisten hätten die Impfungen gut vertragen, es habe aber eine Reihe von Kollegen gegeben, die danach "etwas lädiert nieder lagen", einige für ein paar Stunden, andere bis zu eineinhalb Tagen.

Wegen der bundesweiten Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca sei nun auch die Impfung der Polizei abgebrochen, sagte Herrmann. "Ich hoffe aber sehr darauf, dass die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu einem positiven Ergebnis kommt und wir mit dem impfen fortfahren können."

Anfang der Woche hatte Deutschland, wie auch viele andere Länder in Europa wegen möglicher Gesundheitsrisiken die Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff ausgesetzt. Am Donnerstag will die EMA darüber beraten, für Freitag ist ein Impfgipfel von Bund und Ländern geplant.

Intensivärzte: Spahn konnte "nicht anders entscheiden"

08:41
17.03.2021
Eine Menge Kritik prasselt auf den Gesundheitsminister ein nach der Entscheidung für einen Astrazeneca-Impfstopp. Doch hatte Spahn eine Wahl? Experten bezweifeln das.

Berlin - Der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, hat die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt, Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorläufig zu stoppen.

"Herr Spahn kann doch gar nicht anders entscheiden, wenn die Expertinnen und Experten vom Paul-Ehrlich-Institut ihm so eine Botschaft auf den Tisch legen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Unter anderem Grüne und FDP hatten Spahn zuletzt scharf kritisiert. Das Aussetzen der Corona-Impfungen mit Astrazeneca habe das Vertrauen in die Impfpolitik untergraben, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. FDP-Vize Wolfgang Kubicki forderte die Entlassung des Ministers. Eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) empfohlen. Nach Angaben aus dem Ministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet, mehrere mit tödlichem Verlauf.

Mit Blick auf die steigenden Neuinfektionen sagte Janssens, die Mediziner hätten dies bereits prognostiziert. Nach den Öffnungen müsse man nun "wieder zurückrudern", sagt er und warnte vor einer zunehmenden Belegung der Intensivstationen. Das Personal dort sei bereits "in einem Dauermodus der Belastung".