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Forscher: Wirtschaft leidet unter Corona bis mindestens 2025

12:23
01.03.2021
Rund 200.000 Jobs werden in den nächsten Jahren in Deutschland in Folge der Pandemie verloren gehen, schätzen die Forscher des Nürnberger IAB. Im Fokus sehen sie dabei sechs Branchen.

Nürnberg - Die deutsche Wirtschaft wird einem neuen Forschungsbericht des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge bis mindestens 2025 die Folgen der Corona-Pandemie spüren.

Alleine das Bruttoinlandsprodukt müsse in den nächsten fünf Jahren Abstriche um 0,6 Prozentpunkte wegen der Krise hinnehmen, sagte Enzo Weber, einer der Autoren des Berichtes. Auf dem Arbeitsmarkt müsse bis 2025 mit einem langfristigen Minus von 200.000 Jobs gerechnet werden.

Vor allem Einzelhandel, Unternehmensdienstleistungen, Gastgewerbe, Verkehr, Luftfahrt und Flugzeugbau spürten die Krise noch länger, betonte er. Positive Effekte gebe es dagegen in den Bereichen IT, öffentliche Dienste und Pharma. Insgesamt würden bedingt durch die Pandemie in Deutschland 500.000 Arbeitsplätze abgebaut und 300.000 aufgebaut.

"Die Corona-Krise ist eine transformative Rezession, die dem Arbeitsmarkt noch länger zu schaffen macht. Infolge der Pandemie werden langfristig hunderttausende Jobs abgebaut, es entstehen aber auch neue", sagte Weber. "Um die Umbrüche zu bewältigen, ist ein Fokus auf Weiterqualifizierung und das Schaffen von neuen Jobs zentral."

Tschechische Polizei patrouilliert an Bezirksgrenzen

12:08
01.03.2021
Das extrem von der Corona-Pandemie betroffene Tschechien hat die Bewegungsfreiheit seiner Bürger für mindestens drei Wochen massiv eingeschränkt. Die Menschen dürfen ihren Bezirk nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Am Montagmorgen begann die Polizei mit scharfen Kontrollen auf Straßen und in Zügen. "Wir werden überall sein, selbst auf den kleinsten Kreisstraßen", sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

In Zweifelsfällen wollen die Beamten zu Beginn noch Nachsicht walten lassen. Wenn aber jemand offensichtlich die Regeln missachte, werde das selbstverständlich bestraft, betonte der Sprecher. Dazu sei es auch schon gekommen, für eine Bilanz sei es aber noch zu früh. Es drohen Bußgelder in Höhe von umgerechnet knapp 400 Euro. Mancherorts kam es wegen der Kontrollen zu Staus.

Möglich sind Fahrten zur Arbeit, zum Arzt und zu Behörden über Bezirksgrenzen hinweg, wenn schriftliche Nachweise mitgeführt werden. Die Ausreise aus Tschechien bleibt erlaubt. Mehr als 25 000 Polizisten und bis zu 5000 Soldaten beteiligen sich den Kontrollen. In Online-Kommentaren hagelte es Kritik. Das habe es selbst im Kommunismus nicht gegeben, schrieben viele Nutzer.

Hintergrund ist, dass Tschechien unter allen EU-Staaten die höchste Corona-Neuinfektionsrate aufweist. Am Montag meldeten die Behörden 4557 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 1,2 Millionen Infektionen und 20 469 Todesfälle. Das Land hat rund 10,7 Millionen Einwohner.
Nach den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es in Tschechien innerhalb von 14 Tagen 1120 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Für Deutschland lag der Wert bei 123 - und damit fast zehnmal niedriger. Allerdings ist die Testrate in Tschechien etwas höher als in der Bundesrepublik.
Kritikern gehen die Maßnahmen der Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis nicht weit genug. Der Gewerkschaftsdachverband CMKOS forderte eine einwöchige Betriebspause in den Fabriken über Ostern. Das Kabinett plant indes nur eine regelmäßige Testpflicht für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.