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Weltärztebund-Chef: "Werden Corona nie wieder los"

17:37
11.07.2021
In bestimmten Situationen werden wir immer Masken tragen, Hände waschen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, so die Prognose Weltärztebund-Chef Montgomery.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet damit, dass Masken nicht mehr aus dem Alltag verschwinden werden.

Auf die Frage, ob er einen Zeitpunkt sehe, an dem Corona als ganz normale Erkrankung angesehen werden könne, sagte Montgomery am Sonntag im ARD-"Europamagazin", der Punkt sei erreicht, wenn 85 Prozent der Bevölkerung durch Impfung und Durchmachen der Erkrankung immunisiert seien. "Wir werden aber Corona nie wieder los. Wir werden in bestimmten Situationen immer Masken tragen müssen, Hände waschen müssen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, wie wir das von der Grippe ja auch kennen", fügte er hinzu.

Britische Öffnungen "völlig unverantwortlich"

Mit Blick auf den deutlichen Anstieg der Ansteckungszahlen in Großbritannien und die dort geplante Aufhebung der Corona-Beschränkungen sagte Montgomery, er halte es für "völlig unverantwortlich, bei diesen Inzidenzwerten und bei einer stockenden Impfkampagne (...) derartige Lockerungsübungen zu machen." Er frage sich, wie viele Menschen sich am Abend beim EM-Finale im Wembley-Stadion anstecken würden. "Und mir graust ein bisschen davor."

Die Kultur auf der Plassenburg ist zurück: Corona ist für kurze Zeit vergessen

16:34
11.07.2021
Sie haben sich weder von immer noch geltenden Corona-Regeln noch vom schlechten Wetter die Laune vermiesen lassen. Wenn auch bescheiden, war der Open-Air-Auftakt auf der Plassenburg ein Erfolg.

Darauf haben viele in Kulmbach und Umgebung monatelang gewartet: Endlich gibt es wieder Veranstaltungen auf der Plassenburg. Kabarett, Comedy, Konzerte im Schönen Hof unter freiem Himmel und – sobald man auf seinem Platz sitzt – mit freier Nase.

„Sie kennen sich aus?“, fragt eine freundliche junge Frau im Dienste des Veranstalters am Eingangstor und erklärt im Zweifelsfall gerne noch einmal die Punkte des Hygiene-Konzepts vom Registrierzettel bis zum Abstandsgebot. 546 Besucher, also ein gutes Drittel der üblichen 1470 Zuschauer, dürften rein zu den Shows unter Corona-Bedingungen. Doch während unten in der Stadt die Biergärten und Restaurant-Plätze voll besetzt sind, ist auf der Plassenburg bei Weitem nicht ausverkauft. Jeweils gut 300 Menschen wollen Erwin Pelzig am Freitag und Michael Mittermeier am Samstag sehen.

Die, die da sind, entweder vom Zubringer-Bus im Burghof ausgespuckt oder selbst den steilen Weg hinaufgekeucht („Was tut man nicht alles für die Kultur?“), sind gut gelaunt und genießen es, sich wieder live unterhalten lassen zu können. Die Gespräche vor der Veranstaltung drehen sich hauptsächlich um die Corona-Zeit, es werden Kranken- oder auch Gesundengeschichten ausgetauscht. Nach den Shows allerdings ist die Pandemie kurzzeitig vergessen, stattdessen erzählt man sich lachend noch mal gegenseitig die witzigsten Pointen.

Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig hat betont, dass Kultur eben doch systemrelevant sei und keinesfalls entbehrlich. Und Michael Mittermeier bedankt sich bei denen, die da waren. „Sagt es weiter: Veranstaltungen gehen wieder. Es findet wahnsinnig viel statt.“ Dass Kultur derzeit hauptsächlich draußen geboten werde, sollte niemanden abschrecken: „Auch wenn’s regnet, keine Bange.“ An der Kasse lägen Plastik-Umhänge bereit. „Ganz schön praktisch, diese Ganzkörper-Kondome.“

Andrea Herdegen