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Keine Kontrollen zu kostenlosen Schnelltests in Bayern geplant

12:23
11.03.2021
Einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche bezahlt der Bund seit Montag für alle Menschen in Deutschland. Ob sich im Freistaat alle an diese Begrenzung halten, will das bayerische Gesundheitsministerium aber nicht überprüfen. 

München - Ein solcher Kontrollmechanismus sei „derzeit nicht geplant“, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, „dass die Bürgerinnen und Bürger umsichtig mit dem bereits bestehenden Angebot der Jedermann-Testung umgehen“.

Neben diesen kostenlosen PCR-Tests in kommunalen Testzentren können sich Menschen in Bayern seit Montag auch ohne Erkältungssymptome einmal pro Woche einem Gratis-Schnelltest durch geschultes Personal unterziehen. Rechtlich möglich war dies aber zunächst längst nicht in allen Apotheken im Freistaat, weil diese erst durch die örtlichen Gesundheitsämter beauftragt werden mussten. Das hat das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben am Donnerstag mit einer Allgemeinverfügung geändert.

Weitere Verzögerung: Streit um Corona-Impfstart in Praxen

12:01
11.03.2021
Die Hoffnungen sind groß, dass das dichte Netz der Arztpraxen bald Schwung in die Corona-Impfungen bringen kann. Doch es gibt Ärger über den konkreten Übergang von den Impfzentren der Länder in die Fläche.

Berlin - Die Praxisärzte fordern eine schnellere Einbeziehung in die Corona-Impfungen, um auf breiter Front mehr Tempo zu bekommen. "Wir sind nicht nur bereit, wir scharren seit Wochen ungeduldig mit den Hufen", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, im Deutschlandfunk.

   

Es gehe darum, beim Durchimpfen der Bevölkerung endlich "tatsächliche Ergebnisse" zu haben. Nach einer Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern sollen Impfungen in Praxen "frühestmöglich", aber spätestens in der Woche vom 19. April starten. Verfügbarer Impfstoff soll weiter zuerst an die bestehenden regionalen Impfzentren der Länder gehen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, warnte am Donnerstag vor möglichen Verzögerungen bis in den Mai: "Wir befürchten, dass mit diesem Beschluss das wohnortnahe, flächendeckende und schnelle Impfen in den Praxen im April nicht mehr stattfinden wird. Wenn wir aber eines nicht haben, dann ist es Zeit." Ein rasches Durchimpfen der Bevölkerung sei selbst mit aufgestockten Impfzentren nicht zu erreichen. "Das geht nur mit den Praxen: Fünf Millionen Impfungen in der Woche sind dort absolut machbar."

Die KBV kritisierte, dass zuerst die Impfzentren Impfstoffe bekommen und dann die Praxen mit den übrig gebliebenen Resten folgen sollten. "Den Impfturbo können wir so noch nicht auf Straße bringen", sagte Gassen. Die Länder hätten das Verfahren unnötig verkompliziert. Hausärzte-Chef Weigeldt sagte: "Ich kann nicht verstehen, dass man sozusagen das Volk im Lockdown hält, anstatt zu impfen, um irgendwelche Impfzentren weiter zu bedienen."

Der Fachminister-Empfehlung zufolge sollen die Impfzentren im April pro Woche mit 2,25 Millionen Dosen beliefert werden. Darüber hinaus verfügbare Impfstoffe sollen "frühestmöglich" an Praxen gehen. Im Bundesgesundheitsministerium hieß es, für einen Start in den Praxen brauche es eine gewisse wöchentliche Mindestmenge an Impfstoff. Um dem Wunsch der Länder entsprechen zu können, ihre Impfzentren wie bisher auszulasten, könnten die Praxen wohl erst Mitte April starten.