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Coburg Stadt und Land: Mit dem Impfen geht’s voran

14:37
24.06.2021
Laut Landratsamt können ab sofort alle volljährigen Personen ohne Priorisierung kurzfristig einen Termin für eine Astrazeneca-Impfung erhalten.

Coburg - In der Region Coburg steht der Abschluss der Impfungen in der Priorisierungsstufe drei kurz bevor. Ermöglicht wurde dies insbesondere durch die Zuweisung von Sonderkontingenten des Moderna-Impfstoffes. Jede priorisierte Person sollte nun zumindest ein Impfangebot erhalten haben oder in Kürze erhalten. Dies teilt das Landratsamt mit und ruft gleichzeitig alle Personen auf, die sich bisher noch nicht für eine Impfung registriert haben, sich jetzt im Portal des Freistaates Bayern anzumelden.

Aktuell könnten auch schon jetzt alle volljährigen Personen ohne Priorisierung kurzfristig einen Termin für eine Astrazeneca-Impfung erhalten. Die Zweitimpfung dazu könne bereits vier Wochen später erfolgen. Einen Link dazu gibt es unter: www.landkreis-coburg.de.

Nach einer Infektion sei frühestens sechs Monate nach Ende der Infektion eine Impfung möglich. Das Landratsamt weist daraufhin, dass man sich dazu ebenso registrieren und einen Termin vereinbaren muss. Bei Online-Terminbuchungen könnten allerdings ausschließlich Erst- und Zweittermin vereinbart werden. Da aber für bereits infizierte Personen lediglich ein Impftermin nötig sei, werde der Zweittermin im Nachgang durch das Personal im Impfzentrum entsprechend storniert. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, müssen Impfwillige neben dem Impfpass und dem Personalausweis zum Impftermin unbedingt auch das Ergebnis des damals positiven PCR-Tests vorgelegen. Dies sei auch für den Nachweis einer vollständigen Immunisierung erforderlich.

Das Landratsamt weist des Weiteren darauf hin, dass im Falle kurzfristiger Terminabsagen keine Impfdosen verfallen. Kurzfristig würden dann weitere Impfwillige kontaktiert. Dafür könne man sich auf eine sogenannte „Reserveliste“ aufnehmen lassen. Um die Terminierung der Impfwilligen so effizient wie möglich zu gestalten, sei es zudem wichtig, im Falle einer Impfung durch einen Haus- oder Betriebsarzt die Registrierung im Online- Account zu löschen. Gleiches gilt im umgekehrten Fall.

Online-Redaktion

Delta-Variante: Spahn warnt vor "Sorgenherbst"

14:32
24.06.2021
Die zunächst in Indien aufgetretene Corona-Variante Delta gilt als ansteckender als andere Virusmutationen. Ihr Anteil steigt nach neuen RKI-Zahlen in Deutschland rasch.

Berlin - Angesichts der Ausbreitung der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus mahnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Vorsicht.

"Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen", sagte Spahn dem "Handelsblatt". Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: "Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus." Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, viel höher. Auf einen Urlaubssommer dürfe kein "Sorgenherbst" folgen.

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) wächst in Deutschland der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante deutlich - bei insgesamt weiter rückläufiger Sieben-Tage-Inzidenz. Er verdoppelte sich in einer Stichprobe im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent, wie aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervorgeht. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 7. bis 13. Juni.

In den Daten ist damit nun in der dritten Woche in Folge eine ungefähre Verdopplung des Delta-Anteils abzulesen: von 4 auf 8 auf 15 Prozent. Dieses Tempo, das auch schon in anderen Ländern beobachtet wurde, hatten Fachleute befürchtet. Noch vor einigen Wochen hatten sich die Anteile von Delta in Deutschland laut RKI auf eher konstant niedrigem Niveau bewegt.

Entwicklung in anderen Ländern als Warnung

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag mit Blick auf die Delta-Variante vor Rückschlägen gewarnt. "Wir dürfen jetzt das, was wir gemeinsam erreicht haben, nicht leichtfertig riskieren", mahnte sie. Zwar sei die dritte Welle gebrochen - die Pandemie aber nicht vorbei. Die etwa in Portugal und Russland stark steigenden Neuinfektionen mit der Delta-Variante sowie der auch in Deutschland steigende Anteil an den Infektionen müsse "Warnung und Auftrag zugleich sein".

Der Dortmunder Immunologe Carsten Watzl sieht keinen Grund zur Panik, hält Wachsamkeit aber für angebracht, wie er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend sagte. "Die Fallzahlen von Alpha gehen ganz brav und deutlich zurück, aber die von Delta steigen leicht an." Weil Delta noch den kleineren Anteil am Infektionsgeschehen habe, gebe es bislang keinen Wiederanstieg.

"Noch sind wir in der Waage. Aber es könnte sein, dass das jetzt ein Kipppunkt ist", sagte Watzl. Bei weiteren Lockerungen etwa oder vielen Einschleppungen aus dem Ausland könnte sich die Lage laut dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie wieder verschlechtern. "Das Gute ist: Wir haben einen Puffer, wir sind bei einer sehr niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz."

Dem RKI-Bericht zufolge ist damit zu rechnen, dass Delta sich gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Noch dominiert die in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7) das Infektionsgeschehen, der Anteil an den positiven Fällen in der Stichprobe ist nun jedoch nach Wochen mit Werten von um 90 Prozent auf 74 Prozent geschrumpft. Wie bisher sind die Anteile der ebenfalls besorgniserregenden Varianten Beta (entdeckt in Südafrika) und Gamma (entdeckt in Brasilien) sehr niedrig.

Leichter übertragbar aber weniger gefährlich?

Delta ist nach RKI-Angaben in den vergangenen vier Wochen in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Zu rund 1440 Fällen lägen in diesem Zeitraum Informationen aus dem Meldesystem vor. In Großbritannien macht Delta fast 90 Prozent aller Neuinfektionen aus, die Kurve steigt wieder an.

Der Virologe Klaus Stöhr sieht allerdings derzeit keine dramatischen Auswirkungen der Delta-Variante auf die Pandemie. "Zum Glück sehen wir jetzt, und das sind die Zahlen aus England, dass sich die Delta-Variante höchstwahrscheinlich etwas leichter übertragen lässt, aber die Erkrankungsschwere scheint vierfach geringer zu sein", sagte Stöhr dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. Wegen eines "Sinkflugs der Zahlen" sehe er keinen Grund, "irgendetwas bei der Pandemiebekämpfung zu verändern und auch jetzt schon zu diskutieren, dass man im Herbst vielleicht die Schulen nicht öffnet."

Nach Einschätzung von Kanzleramtsminister Helge Braun kann eine möglichst hohe Corona-Impfquote erneute drastische Maßnahmen verhindern - trotz der Ausbreitung der Delta-Variante. Wenn sich zwei Drittel der Bürger, also rund 55 Millionen Menschen, impfen lassen, "muss man dann auch nicht über einen Lockdown oder so nachdenken", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin".

dpa