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Grundschüler müssen am Platz keine Masken mehr tragen

14:19
22.06.2021
Um die Maskenpflicht im Schulunterricht gab es lange Streit. Nun lockert das Kabinett die Pflicht - an den Grundschulen. Die Debatte dürfte damit an den weiterführenden Schulen aber weiter gehen.

München (dpa/lby) - Bayerns Grundschüler müssen ab Mittwoch keine Masken mehr an ihren Sitzplätzen tragen. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Aufgrund der niedrigen Inzidenz, der hohen Temperaturen und der Tatsache, dass die Schüler zwei Mal pro Woche getestet würden, sei die Lockerung zu verantworten, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München. Er betonte, dass die Regelung nur dort gelte, wo die Inzidenz unter 50 liege und darüber hinaus die Maskenpflicht im Schulgebäude weiter bestehe.


Die Lockerung der Maskenpflicht gelte auch für die Grundschulstufen an den Förderschulen, sagte Herrmann. Auch an Horten wird die Maskenpflicht an den Sitzplätzen gelockert. In anderen Schulformen bleibt es laut Herrmann aber zunächst weiter bei der bestehenden Maskenpflicht auch am Sitzplatz. Dem Vernehmen nach könnte diese Regel aber schon kommende Woche vom Kabinett neu bewertet werden.


Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bezeichnete den Kompromiss als ein gutes Zeichen, betonte aber auch, dass er sich gewünscht hätte, dass auch an den weiterführenden Schulen die Maskenpflicht im Unterricht am Sitzplatz gelockert werde. Zugleich sei er aber auch davon überzeugt, dass im übrigen Schulgebäude die Maske auch weiter notwendig sei. Diese Vorsichtsmaßnahme sei auch perspektivisch für die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts ab dem Herbst ganz wichtig.


Bisher mussten auch die Kleinsten in den Schulen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Masken im Unterricht tragen. Bayern folgt damit dem Beispiel mehrerer anderer Bundesländer. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Kabinett zudem ermöglicht, dass die Maskenpflicht in den Pausen auf dem Schulhof oder bei Wandertagen entfallen kann. Herrmann betonte am Dienstag, dass diese Lockerungsmöglichkeit auch für Kitas und an den Universitäten gelte.



Innerhalb der Regierung hatten sich vor allem die Freien Wähler für den Wegfall des Mund-Nasen-Schutzes bei den Kleinsten stark gemacht. Piazolo hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gebe unterschiedliche Auffassungen bei den Koalitionspartnern in dieser Frage. Herrmann betonte am Dienstag, dass gerade die sich auch in Bayern verbreitende gefährlichere Deltavariante des Virus weiter ein vorsichtiges Vorgehen erfordere.

Auch Elterninitiativen und Lehrer hatten zwischenzeitlich immer wieder bemängelt, dass den Kindern mit der Maske ein Teil ihrer Identität genommen werde und die pandemiebedingten Einschränkungen mit der Maskenpflicht unnötig verlängert würden.

dpa

Corona-Deltavariante greift auch in Bayern Raum

14:17
22.06.2021
München (dpa/lby) - Die Zahl der bestätigten Corona-Ansteckungen mit der gefährlicheren Deltavariante des Virus hat sich in Bayern im Verlauf einer Woche fast verdoppelt. Bisher seien bayernweit 229 Fälle der zunächst in Indien bekanntgewordenen Variante bestätigt worden, in der vergangenen Woche waren es noch 132, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. In einzelnen Laboren betrage der Anteil der Deltavariante inzwischen fast ein Viertel, sagte Herrmann.

Schon allein deswegen müsse das Prinzip der Vorsicht weiter gelten, sagte er. "Deshalb heute auch keine großen Lockerungsschritte." Die Deltavariante sei problematisch und produziere Sorgenfalten, auch mit Blick auf andere Länder, etwa Großbritannien, Israel oder Portugal.


Insgesamt habe sich die Corona-Variante aber erfreulich entwickelt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag erstmals seit Monaten unter 10. Auch die Belegung der Intensivbetten entwickele sich positiv, sagte Herrmann.


Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) betonte, dass gerade mit Blick auf die Deltavariante ein vollständiger Impfschutz besonders wichtig sei. "Deswegen müssen wir auch beim Impfen weiter dranbleiben", sagte er. Bayernweit seien bereit mehr als 10 Millionen Impfungen verabreicht worden. 48,1 Prozent der Menschen im Land hätten eine Erstimpfung erhalten, 30,1 Prozent bereits auch eine zweite Impfung. Nachdem auch wegen Impfstoffknappheit in den vergangenen Wochen die Zahl der Erstimpfungen zurückgegangen sei, hoffe er hier nun wieder auf deutlich mehr Tempo.

dpa