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Zahl der Corona-Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz steigen

05:11
11.03.2021
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 14 356 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 2444 mehr als vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. 

Berlin - Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg mit 69,1 im Vergleich zum Vortag (65,4) an. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 321 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11 912 Neuinfektionen und 359 neue Todesfälle registriert.

Mit dem Wert von 69,1 am Donnerstagmorgen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auch wieder über den Wert von vor genau vier Wochen: Am 11. Februar hatte die Inzidenz noch bei 64,2 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 532 947 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 337 000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 72 810.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,96 (Vortag 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Bayern: Hausärzte sollen ab April impfen

19:16
10.03.2021
Erst sollte vor allem in Impfzentren geimpft werden - nun ist klar: Die Hausärzte sollen schon im April impfen - als zweite «Säule» der Impfstrategie neben den Zentren. Die kurzfristige Planänderung sorgt nicht nur für Freude. Die Stadt München reagiert verschnupft.

München (dpa/lby) - Angesichts der geänderten Impfstrategie mit breiter Einbeziehung von Ärzten werden die bayerischen Impfzentren nicht weiter ausgebaut. Die geplante gute Verdopplung der Kapazitäten bis April wird gestoppt. "Die Impfzentren werden ein wichtiger Bestandteil sein und bleiben. Sie bleiben aber im Moment auf der derzeitigen Kapazität", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

   

Grund ist, dass die Gesundheitsminister von Bund und Ländern den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen bis spätestens Mitte April anpeilen. Ziel sei frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten, beschlossen die Minister nach mehrstündigen Beratungen am Mittwoch. Holetschek ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Bislang war geplant gewesen, die Impfmöglichkeiten in den Zentren von derzeit maximal 49 000 pro Tag bis April auf 110 000 zu erhöhen. "Wir sind vom Bund aufgefordert worden, die Kapazität sehr schnell hochzufahren, weil so viel Impfstoff kommen werde. Dafür haben wir, die Landräte und Oberbürgermeister alles getan", sagte Holetschek. "Und ich bin auch froh, dass wir angefangen haben, das umzusetzen. Das Schlimmste ist, wenn Impfstoff da ist, diesen dann nicht verimpfen zu können", betonte er. Jetzt nutze man aber die Chance, dass Ärzte in der Fläche sehr früh eingebunden werden könnten. Die Impfzentren seien die Brücke, bis es die Routine bei den Ärzten gebe.

In München hatte die kurzfristige Planänderung, über die der "Münchner Merkur" als erstes berichtet hatte, bereits für Unmut gesorgt. Die Stadt München teilte am Mittwoch mit, sie müsse nun den Aufbau weiterer Impfzentren stoppen. "Es ist für uns als Gesundheitsamt ausgesprochen schwierig, Planungen umzusetzen, wenn sich die Impfstrategie von Bund und Land in dieser für uns alle lebenswichtigen Frage so schnell und unberechenbar ändert", sagte Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

Holetschek unterstrich, die Impfstrategie stehe nun auf zwei Säulen. "Wir binden ab April die Hausärzte ein, und wir halten an der bewährten Struktur der Impfzentren fest, die die Bundesländer in den vergangenen Monaten aufgebaut haben. Damit haben wir ein starkes Impfgerüst." So sei das System voll einsatzbereit, sobald der Impfstoff in großen Strömen fließe. "Der Impfstoff ist und bleibt der Flaschenhals bei allem." Die in der Corona-Impfverordnung vorgegebene Priorisierung gilt auch bei Impfungen in den Arztpraxen weiter. Der Verwaltungsaufwand solle aber so gering wie möglich gehalten werden.

Die Impfzentren werden künftig weiter über die bisherigen Lieferwege mit Impfstoff versorgt. Die Ärzte sollen - wie bei anderen Schutzimpfungen üblich - über die Apotheken beliefert werden.

Für die Startphase im April soll bundesweit eine Grundmenge von 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche für die Impfzentren zur Verfügung stehen. Der Bund hat für die kommenden Monate deutlich steigende Liefermengen angekündigt. Die Liefermengen für die Ärzte sollen daher analog dazu nach und nach gesteigert werden. Die Aufteilung des Impfstoffes richtet sich wie bisher nach dem Bevölkerungsschlüssel.

Die Gesundheitsreferentin der Stadt München, Zurek, kritisierte, nach der Ankündigung des Gesundheitsministeriums, dass die Stadt ab April täglich rund 13 000 Impfdosen erhalte, sei mit großer Kraftanstrengung begonnen worden, die Impfkapazität in der Messe auf täglich 6000 Impfungen auszubauen. Zugleich seien Voraussetzungen für weitere Impfzentren mit 7000 Impfungen täglich geschaffen worden. "Das alles gemäß der Aussagen des Freistaats, dass die Impfzentren ein maßgeblicher Bestandteil der bayerischen Impfstrategie sind. Heute dann der für uns alle sehr überraschende Sinneswandel, dass die Kapazitäten in den Impfzentren nicht ausgebaut und stattdessen die Impfungen wesentlich durch Hausärzte erfolgen sollen", sagte Zurek.