Letztes Update:
20210620130857

Wegen Pandemie weniger Autos in Autostädten

13:06
20.06.2021

Ingolstadt/München (dpa/lby) - In den Autostädten Ingolstadt und München sind im vorigen Jahr weniger Autos unterwegs gewesen.

Während in vielen Städten Pkw-Bestand und -Dichte zunahmen, sanken sie um 1,1 Prozent in München und 3,4 Prozent in Ingolstadt, wie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Duisburger Center Automotive Research (CAR), mit Daten des Kraftfahrt-Bundesamts und des Statistischen Bundesamts errechnete.

Grund für den Rückgang in den beiden Städten, in denen die Zentralen der Autobauer Audi und BMW sitzen, ist die Pandemie. Laut Dudenhöffer wurden viele Dienstwagen kurzfristig aus dem Verkehr gezogen, weil viele leitende Angestellte aus dem Homeoffice arbeiteten. "Man kann im Verlauf des Jahres 2021 damit rechnen, dass der Schwund wieder ersetzt wird", sagte Dudenhöffer.

Ifo-Institut sieht in Delta-Variante Gefahr für Wirtschaft

11:49
20.06.2021
Virologen sind überzeugt, dass die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus sich auch in Deutschland ausbreiten wird. Das Ifo-Institut befürchtet Auswirkungen auf die wirtschaftliche Erholung.

Berlin - Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen wegen der neuen Delta-Variante wieder steigen.

"Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal t-online in einem Sonntag veröffentlichten Interview. Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor."

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. In Großbritannien hat die ansteckendere Variante die Vorherrschaft übernommen - obwohl die Impfungen dort viel weiter als in Deutschland fortgeschritten sind. Wegen steigender Inzidenzen wurden dort Lockerungen gestoppt.

Allgemein hält Fuest die Krise noch nicht für abgehakt. Ohne die Pandemie wäre die Wirtschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren gewachsen, sagte er. "Stattdessen haben wir in dieser Zeit einen enormen Schuldenberg angehäuft. Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren."

Die Ökonomen des Münchner Institutes hatten zuletzt ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr auf 3,3 Prozent gekürzt - vor allem wegen Engpässen bei der Lieferung von Vorprodukten wie Chips für die Autoindustrie. Das Vorkrisenniveau könnte die Wirtschaft nach Einschätzung der Experten Anfang des kommenden Jahres erreichen.