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20210619104324

Lauterbach:"Historisches Versagen" reicher Länder

09:20
19.06.2021
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein "historisches Versagen" reicher Staaten. "Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen", sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing.

Tutzing - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein "historisches Versagen" reicher Staaten. "Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen", sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. "Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder."

Das habe nun zur Folge, dass die Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt seien. Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto aggressiver müsse das Virus werden, um sich weiter ausbreiten zu können. "Das ist ein historisches Versagen der wohlhabenden Länder."

Für Deutschland rechnet Lauterbach "bis Mitte September" mit einer Herdenimmunität. "80 Prozent der Erwachsenen sind dann doppelt geimpft", sagte er. "Meine große Sorge ist aber, dass unsere Kinder nicht geschützt sind." Die Delta-Variante werde sich auch in Deutschland durchsetzen, diese sei deutlich gefährlicher als alle bisherigen Corona-Varianten. "Ein Prozent der infizierten Kinder wird im Krankenhaus behandelt werden müssen" - und auch langfristige Folgen einer Covid-Erkrankung könnten Kinder treffen.

Insgesamt sei Deutschland mit einer Übersterblichkeit von rund vier Prozent deutlich besser durch die Krise gekommen als europäische Nachbarländer. Allerdings habe die Bundesrepublik in der zweiten Welle versagt: "In der zweiten Welle sind unnötigerweise viele Menschen gestorben", sagte Lauterbach.

Corona im Raum Hof: Inzidenzwerte sinken weiter

08:46
19.06.2021
In der Stadt Hof ist eine weitere Person Corona-positiv getestet worden, keine im Landkreis. Die Person war bereits als Kontaktpersonen bekannt. Ein Mann ist am Coronavirus gestorben.

Hof - Die Zahl der bisher festgestellten Corona-Fälle im Landkreis und der Stadt Hof steigt auf 10.355. Da fünf Personen wieder aus der häuslichen Isolierung entlassen werden konnten, sinkt die Zahl der aktuellen Fälle laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes auf 45 Personen. 10.038 Personen gelten als genesen.

Unterdessen bestätigt die Gesundheitsbehörde des Landkreises und der Stadt Hof einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Dabei handelt es sich um einen 77-jährigen Mann aus dem Landkreis Hof, der am Corona-Virus verstorben ist. Die Zahl der Todesfälle von Corona-Infizierten im Hofer Land steigt auf 272 an.

Die 45 aktiven Fälle verteilen sich wie folgt auf Stadt und Landkreis:

Landkreis Hof: 28

Stadt Hof: 17

Sieben-Tage-Inzidenzwerte (Berechnung laut RKI):

Landkreis Hof: 6,3 (neue Fälle letzte sieben Tage: 6)

Stadt Hof: 2,2 (neue Fälle letzte sieben Tage: 1)

Seit Beginn der Impfungen wurden im Hofer Land insgesamt 139.829 Impfungen (durch Impfzentren und Hausarztpraxen) durchgeführt, davon 83.560 Erstimpfungen. Die Impfquote nach Erstimpfungen liegt bei 59,42 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Impfquote der impffähigen über 16-Jährigen liegt bei 68,58 Prozent.

In dieser Woche erhalten wir weiterhin Impfstoff vor allem für Zweitimpfungen. Die Zweitimpfquote steigt auf 40,00 Prozent.