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Aufklärung über Impfung von Hotel-Mitarbeitern aus Italien

16:38
14.06.2021
Die Gruppenimpfung von italienischen Hotelmitarbeitern in Bayern bleibt mysteriös. Nun behauptet ein Arzt, Berlin habe die Impfaktion organisiert. Alle anderen Seiten dementieren und Bayerns Landeschef Söder will Aufklärung.

München - Nach der Corona-Impfung von italienischen Hotel-Mitarbeitern in Deutschland hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Aufklärung verlangt. "Ich habe da große Bauschmerzen, wenn so was stattfindet", sagte Söder am Montag in München. "Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland."

Hintergrund war eine Kurzreise von etwa 100 Hotel-Mitarbeitern im Mai von Sardinien nach Bayern. Nach Medienberichten wurden die Beschäftigten einer Ferienanlage eingeflogen und am Münchner Flughafen gegen Covid-19 geimpft. Nach einem kurzen Aufenthalt flog die Gruppe wieder zurück. Ein Münchner Arzt bestätigte später, an der Impfaktion beteiligt gewesen zu sein.


Er hatte zudem in einem Interview Italiens öffentlich-rechtlichen TV-Sender Rai 3 gesagt, die deutsche Regierung sei an der Organisation beteiligt gewesen. Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin hat die Aussagen zurückgewiesen, wie der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten. Von dem Rechtsanwalt des Arztes war am Montag zunächst keine ergänzende Stellungnahme zu erhalten.


Auch eine Sprecherin des italienischen Ferien-Ressorts Forte Village dementierte die Aussagen des Mediziners. "Die deutsche Regierung hat die Impfungen unserer Angestellten nicht organisiert", sagte sie. Ein Manager des Hotels hatte zuvor in Rai 3 den Tagestrip damit gerechtfertigt, dass es wichtig gewesen sei, dass die Ferienanlage bereit sei, um Gäste sicher zu empfangen. Das Hotel habe für den Impf-Service in Deutschland bezahlt.


Söder sagte, solche Fälle dürften sich nicht häufen. Es gebe genug Menschen, die nach wie vor auf eine Impfung warten. "Das muss geklärt werden und auch mit Regeln versehen werden, dass es nicht wieder passiert", sagte der Ministerpräsident.

Unklar ist bei der Impfaktion bislang, woher die für die italienischen Hotel-Mitarbeiter verwendeten Impfdosen stammen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) untersucht nach eigenen Angaben den Fall. Der Fall liege der Geschäftsstelle für Fehlverhalten im Gesundheitswesen vor, hatte ein KVB-Sprecher erklärt.

dpa

Zuschauer: Fußball-Verband hofft auf Einlenken der Politik

16:38
14.06.2021
München (dpa/lby) - Der Bayerische Fußball-Verband hofft auf ein Entgegenkommen der Politik im Ärger um die Zulassung von Zuschauern bei Amateurspielen. Laut des aktuellen Corona-Rahmenkonzepts dürfen maximal 500 Fans auf fest zugewiesenen Sitzplätzen die Partien der Hobbyvereine im Freistaat sehen. Die Regelung hatte BFV-Präsident Rainer Koch schon in der vorigen Woche als "absurd" kritisiert und auf größere Kapazitäten ausgerechnet bei Indoor-Events verwiesen.

Bei einem EM-Termin in der Münchner Arena sprach Koch am Montag mit Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) über das Thema. Daraufhin gab sich der BFV in einer Mitteilung "zuversichtlich", dass die Regelung angepasst wird, etwa an die Zuschauergrenzen in Sporthallen von 1000 Personen. Im Ministerrat soll dies schon am Dienstag passieren, hofft der Verband.

dpa