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Deutliche Corona-Lockerungen für Bayerns Amateursport

14:04
04.06.2021
München (dpa/lby) - Amateursportlerinnen und -sportler in Bayern können allmählich wieder zur Normalität zurückfinden. Wegen deutlich gesunkener Corona-Infektionszahlen hat der Freistaat am Freitag umfassende Lockerungen bei den Maßnahmen gegen die Pandemie beschlossen.

München (dpa/lby) - Amateursportlerinnen und -sportler in Bayern können allmählich wieder zur Normalität zurückfinden. Wegen deutlich gesunkener Corona-Infektionszahlen hat der Freistaat am Freitag umfassende Lockerungen bei den Maßnahmen gegen die Pandemie beschlossen. In allen Gebieten mit einer Inzidenz - Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - von unter 100 ist Sport mit sowie ohne Kontakt sowohl drinnen als auch draußen ohne feste Gruppenobergrenzen möglich. Liegt die Inzidenz allerdings zwischen 50 und 100 muss man einen aktuellen negativen Test vorweisen.

Zudem sind unter freiem Himmel 500 Zuschauer bei fester Bestuhlung gestattet. Auf Sportanlagen wird die Teilnehmerzahl nach der Größe der Anlage begrenzt. Dies erfolge sachgerecht, hieß es nach der Kabinettssitzung. Was das konkret bedeutet, blieb offen.

"Die heute beschlossenen Regelungen sind ein weiterer wichtiger Schritt zurück zur Normalität. Somit können unsere Sportlerinnen und Sportler zum nahezu uneingeschränkten Sportbetrieb zurückkehren", verkündete der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands, Jörg Ammon.

Der Geschäftsführer des Bayerischen Fußball-Verbands, Jürgen Igelspacher, sagte: "Endlich können unsere Fußballerinnen und Fußballer wieder nahezu uneingeschränkt ihrem Hobby nachgehen. Und mit den Zuschauerinnen und Zuschauern wird auch die Lebensfreude auf unsere Sportplätze und in die Stadien zurückkehren, die unseren Amateurfußball über Generationsgrenzen hinweg so besonders machen."

dpa

Studie aus Großbritannien: Höheres Risiko schwerer Covid-Verläufe bei Delta-Variante

13:42
04.06.2021
Was passiert, wenn die zuerst in Indien entdeckte Variante des Coronavirus auch in Deutschland dominant wird? Ergebnisse aus Großbritannien lassen nichts Gutes vermuten.

London/Neu Delhi - Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus könnte laut vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde häufiger zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen.

"Erste Erkenntnisse aus England und Schottland legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante", heißt es in einer aktuellen Risikoeinschätzung von Public Health England. Als Alpha-Variante wird die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 bezeichnet. Einige Regionen zeigten einen Anstieg von Krankenhauseinlieferungen, allerdings ließe sich der nationale Trend noch nicht abschätzen, so die Behörde.

Deutlichere Belege gibt es hingegen bereits dafür, dass die Delta-Variante wohl deutlich ansteckender ist als die Alpha-Variante. Public Health England geht aufgrund verschiedener Analysen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer "substanziell erhöhten Wachstumsrate" aus. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach mit Blick auf den Bericht von "schlechten Nachrichten" zur Delta-Variante.

Auch eine Preprint-Studie aus Indien beschäftigt sich mit der Delta-Variante. Forscherinnen und Forscher unter anderem des National Centre for Disease Control in Neu Delhi gehen davon aus, dass die Übertragbarkeit um 50 Prozent höher ist als bei der Alpha-Variante. Die Delta-Variante könne demnach sehr schnelle Ausbrüche verursachen, bei denen sich auch Geimpfte infizieren. In der Studie heißt es, dass frühere Infektionen und unvollständige Impfungen nicht ausreichten, um die Verbreitung der Delta-Variante zu verhindern, wie dies in Delhi gesehen werden konnte.

Zwar dürften Impfungen gegen die Delta-Mutante wirken, allerdings wohl weniger effizient als gegen andere Varianten. Der Impfschutz dürfte laut Public Health England nach der zweiten Dosis bei Delta aber deutlich besser sein als nach nur einer Dosis - allerdings ist er wohl auch dann noch etwas niedriger als etwa bei der Alpha-Variante. Beim Astrazeneca-Impfstoff gebe es hierbei noch Unsicherheiten, so die Behörde.

"Impfen und besonders die zweite Impfung sind essenziell für einen Schutz vor den Virus-Mutanten", twitterte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl. "Beta und Delta werden erst dann neutralisiert, da beide der Immunantwort sonst entgehen können."

Ob die Delta-Variante allerdings zu einer höheren Todesrate führt, ist der indischen Studie zufolge bislang noch unklar. In Indien könnte demnach auch der zeitweise Zusammenbruch des Gesundheitssystem zu mehr Toten geführt haben.

Die Delta-Variante spielt in Deutschland nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an untersuchten Proben aus der Woche vom 17. bis 23. Mai betrug 2,1 Prozent. Das geht aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervor. Es dominiert mit 93 Prozent die Alpha-Variante.

dpa