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Aufhebung der Priorisierung: SPD-Vize Midyatli kritisiert Spahns Impfkampagne

10:46
04.06.2021
Vom Wegfall der Impfpriorisierung profitieren vor allem Durchsetzungsstarke, warnt SPD-Vize Serpil Midyatli. Abgehängte Bevölkerungsschichten müssten stärker in den Fokus rücken. Sonst drohe ein ganz anderes Problem.

Kiel - SPD-Bundesvize Serpil Midyatli hat von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen stärkeren Fokus auf abgehängte Bevölkerungsschichten bei Schutzimpfungen gegen Covid-19 gefordert.

"In den USA können wir sehen, dass die Impfbereitschaft besonders bei jungen Menschen und in sozial benachteiligten Quartieren abnimmt", sagte Midyatli der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist auch nicht allzu verwunderlich, da diese Menschen es gewohnt sind, dass man sich kaum um sie kümmert."

Derzeit sei der Impfstoff zwar noch knapp, sagte die SPD-Politikerin. "Ein Blick – zum Beispiel in die USA – zeigt aber, dass das nächste große Problem die Impfmüdigkeit sein wird." Die geplante Aufhebung der Priorisierung komme hauptsächlich gut informierten und durchsetzungsstarken Menschen zugute.

"Deshalb müssen wir auf alle anderen jetzt zugehen, damit sie die Hoffnung nicht verlieren und den Impfstoff in die Quartiere tragen", sagte Midyatli. Viele von diesen Menschen hätten nicht einmal einen Hausarzt. "Denn leider sind ausgerechnet diese Stadtteile vom eklatanten Hausärztemangel am stärksten betroffen."

dpa

Ermittler prüfen Hinweise auf Betrug bei Teststationen

10:45
04.06.2021
Nürnberg (dpa/lby) - Bei den bayerischen Ermittlungsbehörden sind weitere Hinweise auf möglichen Betrug in Zusammenhang mit Corona-Teststationen eingegangen. Wie ein Sprecher der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) in Nürnberg am Freitag erklärte, gebe es hier derzeit ein sehr dynamisches Geschehen.

Es gebe einzelne neue Hinweise, die nun geprüft werden müssten, erläutere Oberstaatsanwalt Michael Nunner. Eine konkrete Zahl von Ermittlungsverfahren könne aber noch nicht genannt werden. Bislang waren drei Verdachtsfälle bekannt.

Die ZGK war bislang nur für Betrugs- und Korruptionsermittlungen gegen Angehörige der Heilberufe wie Ärzte und Apotheker zuständig. Da viele Teststationen inzwischen aber auch von Personen betrieben werden, die keine klassische medizinische Ausbildung haben, wurde die Zuständigkeit der bei der Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg angesiedelten Ermittlungsgruppe erweitert. Das Justizministerium in München ordnete an, dass die ZKG auch Betrugsfälle verfolgen soll, "die Corona-Bürgertests von Anbietern außerhalb des klassischen Gesundheitsbereichs betreffen".

Allein in Bayern gibt es mehrere tausend solcher Teststationen. Bundesweit prüfen die Behörden derzeit, ob durch die Betreiber vielleicht mehr Tests abgerechnet als tatsächlich durchgeführt wurden.

dpa