29 Menschen in einem Heim für Asylsuchende sind mit Covid-19 infiziert. Die Liberalen halten eine Testpflicht für zumutbar.
Naila - Nach 29 neuen Fällen einer Corona-Infektion in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in Naila fordert die FDP im Landkreis Hof, eine Testpflicht in Flüchtlingsheimen in Erwägung zu ziehen. Die Liberalen zeigen sich in einer Mitteilung darüber verwundert, dass man in Naila offenbar nichts aus den Erfahrungen des Ausbruchs im Herbst letzten Jahres gelernt habe und anscheinend kein tragfähiges Hygienekonzept entwickelt habe beziehungsweise das nicht eingehalten und kontrolliert werde.
Schutz der Bewohner
„Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben fühlen sich Viren besonders wohl - das sollte sich zwischenzeitlich eigentlich herum gesprochen haben. In Anbetracht der geringen Impfbereitschaft in den Flüchtlingsunterkünften muss man prüfen, ob in Gemeinschaftsunterkünften eine Testpflicht eingeführt werden kann“, “, sagt Klaus Horn, der Kreisvorsitzende der FDP.
Eine Testpflicht für Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften hält Horn für zumutbar; diese könne gelten, bis eine ausreichende Impfquote erreicht wird. Es sei unverständlich, dass man Kinder in Schulen richtigerweise zwei Mal wöchentlich teste, aber in Gemeinschaftsunterkünften nicht. Zum einen widerspreche dies dem Gleichbehandlungsgrundsatz, zum anderen müsse man die Bewohner schützen. Impfangebote allein seien zu wenig, die FDP schlägt daher vor, Impfteams in die Unterkünfte zu schicken.
Desinformation
Zum anderen bedürfe es intensiver Sozialarbeit zur Vertrauensbildung. „Wie uns zu Ohren gekommen ist, gibt es unter Flüchtlingen die Angst, dass Geimpfte schneller abgeschoben werden. Hier muss man gezielt möglicher Desinformation mit vertrauensbildender Sozialarbeit entgegen steuern“, heißt es in der Mitteilung. Auch müsse man überlegen, wie man auf so engem Raum eine effektive Quarantäne durchführt.
„Nachdem es sich hier offenbar um ein isoliertes und hoffentlich kontrollierbares Ausbruchsgeschehen handelt, ist genau zu prüfen, ob die Lockerungen unter der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 nicht trotzdem durchgeführt werden können. Dafür würde auch die hohe Impfquote bei uns in der Region sprechen“, sagt Horn. Auswirkungen auf die Schulen dürfe es nicht geben, da das Risiko auf Grund der Testpflicht in Schulen überschaubar sei.