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Merkel: Globale Entwicklung nicht wegen Corona vernachlässigen

14:03
19.05.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat davor gewarnt, wegen der Corona-Pandemie die globale nachhaltige Entwicklung zu vernachlässigen. 

Berlin - „Dies ist nicht die Zeit, in der wir die Nachhaltigkeitsziele vernachlässigen dürfen. Im Gegenteil“, sagte Merkel am Mittwoch bei einem Online-Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Entwicklungspolitik. Mit Blick auf die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedete „Agenda 2030“ für nachhaltige Entwicklung sei „nun erst recht“ Engagement gefragt.

Kernstück der „Agenda 2030“ ist ein Katalog mit 17 Zielen wie Geschlechtergerechtigkeit, Bekämpfung von Hunger und Kampf gegen die Klimakrise. „Diese Ziele sind für alle Staaten der Welt ein wegweisender Kompass für eine nachhaltige und inklusive Erholung von der Pandemie“, sagte Merkel. Nachhaltigkeit müsse in allen Bereichen und auf allen Ebenen verankert werden - national, europäisch und global. Die Pandemie habe auch verheerende wirtschaftliche und soziale Folgen. Sie werfe die internationale Gemeinschaft bei der Verfolgung der Nachhaltigkeitsziele um Jahre zurück.

Merkel sagte weiter: „Nach ersten Fortschritten droht die globale Armutsrate wieder zu steigen.“ Dem Welternährungsbericht zufolge sei zu befürchten, dass mehr als 130 Millionen weitere Menschen an Unterernährung leiden - zusätzlich zu 690 Millionen heute schon. Beim Thema Impfen dürfe nicht darüber hinweg gesehen werden, „dass infolge der Pandemie andere Impfprogramme gegen Krankheiten wie Polio, Masern oder Typhus beeinträchtigt werden“. Auch hier seien vor allem Menschen in Entwicklungsländern die Leidtragenden.