Die Zahl der Geimpften und Genesenen in den Pflegeheimen ist mittlerweile sehr hoch. Die Diakonie Hochfranken setzt sich dafür ein, den Menschen Perspektiven für Erleichterungen bei den Besuchsregeln zu geben.
Hof - Die Diakonie Hochfranken will die Senioren, die in Pflegeheimen leben, in den Blickpunkt rücken: Diese Menschen bräuchten eine Perspektive, wie die Corona-Beschränkungen, unter denen sie leben müssen, gelockert werden könnten angesichts der immer weiter fortschreitenden Impfung der Bevölkerung.
Dabei nimmt die Diakonie Hochfranken auch das Personal von Pflegeheimen mit in den Blick. Bewohner und Mitarbeiter litten von Beginn der Pandemie an sehr stark unter dem Kampf gegen Corona. Hygienemaßnahmen, Dokumentation, Tests, die Organisation stark eingeschränkter Besuchsmöglichkeiten und das stundenlange Tragen einer FFP2-Maske forderten dem Personal nach wie vor viel ab. Zurecht habe man die älteren Menschen besonders schützen müssen mit den Regelungen in den Einrichtungen. Den Seniorinnen und Senioren fehle, obwohl sie in guter Gesellschaft und bestmöglich vor einer Erkrankung geschützt sind, das gewohnte und gesundheitsfördernde Maß an vitalisierender Nähe zu ihren Angehörigen. Besuche sind stark reglementiert, für Neuaufnahmen und die Rückkehr aus dem Krankenhaus ist eine mehrtägige Isolation vorgeschrieben, und das freundliche Lächeln einer pflegenden Person kann man seit langer Zeit nur unter der Maske vermuten. „Solche Maßnahmen sind nötig und vertretbar, wenn es um den Schutz vor Erkrankung geht“, sagt die Bereichsleiterin der Altenhilfe der Diakonie Hochfranken, Dunja Schmidt. „Aber die hohe Impfbereitschaft bei Personal und Senioren hängt durchaus auch mit der Hoffnung auf ein Stück Normalität in der stationären Pflege zusammen. Viele Angehörige und Bewohner haben sich in der Annahme impfen lassen, der Besuch im Heim würde dadurch bald erleichtert werden.“ Dass dies nach wie vor nur mit negativem Test und mit FFP2-Maske möglich ist, während die Anzahl der geimpften zusammen mit den genesenen Personen die 80 Prozent vermutlich sogar übersteigt, sei den Betroffenen verständlicherweise immer schwerer zu vermitteln. Eine besondere Belastung bestehe durch die nach wie vor ständig drohende Quarantäne. „Natürlich gibt es durchaus noch ein Restrisiko, vor allem bei den nicht geimpften Personen. Dies darf auf keinen Fall verharmlost werden! Aber es ist an der Zeit, Perspektiven aufzuzeigen und den Betroffenen eine Erleichterung ihres Alltags in Aussicht zu stellen“, sagt Dunja Schmidt, denn: „Wenn das Risiko der Folgen von Isolation im Alter jenes einer Coronainfektion übersteigt, muss über Möglichkeiten nachgedacht werden, wann und in welcher Form Pflegeheime wieder behutsam geöffnet werden können.“