Letztes Update:
20210503091000

Esken gegen Öffnung von Gastro und Hotels für Geimpfte und Genesene

07:07
03.05.2021
Die Co-Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, hat sich gegen die Öffnung von Gaststätten und Hotels für Geimpfte und Genese in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Zwar sollten für diese Menschen Kontaktbeschränkungen oder nächtliche Ausgangsbeschränkungen aufgehoben werden, aber «deswegen werden wir nicht die Gaststätten und Hotels für einzelne Menschen öffnen», sagte Esken am Montag in der der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv.

Esken verwies mit Blick auf die Öffnungen von Gaststätten und Hotels stattdessen auf den Stufenplan der Bundesnotbremse, in dem Öffnungsschritte an entsprechende Inzidenzen gekoppelt sind: «Da haben wir vereinbart, dass Gaststätten öffnen können im Außenbereich, aber in eben in vorsichtigen Stufen, um zu sehen was passiert.» Esken betonte aber: «Die Genesenen und Geimpften sollen alle Rechte haben, die auch frisch Getestete haben. Also wenn sie einen Laden betreten möchten, wo eigentlich ein Test verlangt wird, dann sollten sie als Geimpfter nicht noch einen Test machen müssen.»

Ärztepräsident sieht großen Verbesserungsbedarf nach Corona-Krise

06:50
03.05.2021
Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht als Lehre aus der Corona-Krise großen Verbesserungsbedarf von Notfallplänen bis zur Pflege - aber auch eine Warnung vor zusätzlichem Kostendruck. «Wir brauchen eine kritische Analyse der jetzt zu Tage getretenen Schwächen», sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. «Der Wert des Gesundheitswesens ist in der Krise aber sehr deutlich geworden.» Daran sollte man sich erinnern, wenn wieder Debatten darüber geführt würden, wie Strukturen ausgedünnt und auf reine Kosteneffizienz getrimmt werden sollten.

Lehren aus dem Corona-Krisenmanagement sind ein Thema des Deutschen Ärztetages, der an diesem Dienstag als Online-Veranstaltung beginnt. Es sind die ersten großen Beratungen der Ärzteschaft seit Beginn der Pandemie, nachdem der Ärztetag im vergangenen Jahr ausgefallen war.

Reinhardt sagte, Deutschland sei im Kampf gegen Corona «nicht mehr so exorbitant gut, wie es nach der ersten Welle aussah». Und es sei «nicht wahrscheinlich, dass es noch einmal 100 Jahre bis zu einer nächsten größeren Gesundheitskrise dauert». Deutschland müsse sich den Mehraufwand für Reserven an Betten oder Schutzausrüstung leisten. «Es darf nicht wieder so etwas wie im Frühjahr 2020 passieren, als wir nicht einmal Masken und Schutzkleidung hatten.» Das werfe auch Fragen auf, wie man bei Produktionskapazitäten unabhängiger vom Weltmarkt werden könne.

In der Alten- und Krankenpflege seien Druck und Personalmangel nicht erst durch Corona entstanden. «Viele Mitarbeiter in diesen Bereichen müssen sich jetzt komplett verausgaben, um die Krise einigermaßen managen zu können.» Diese Menschen dürfe die Politik nicht aus dem Blick verlieren. «Sie verdienen eine höhere Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und auch eine bessere Bezahlung.»

Zu den Gesundheitsämtern sagte Reinhardt, man habe nun die Erfahrung machen müssen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst «geradezu kaputtgespart» worden sei. «Das muss dringend umgekehrt werden.» Defizite in der digitalen Vernetzung hätten sich als wesentliche Schwachstelle gezeigt. «Und es fehlt Personal.» Viele Ämter seien mit viel Improvisationstalent und freiwilligem Engagement unterwegs. Aber darauf könne man nicht grundsätzlich bauen. Nötig sei auch eine bessere Bezahlung der Ärzte, vergleichbar mit der an Kliniken. Vorgesehene Milliardenhilfen des Bundes dürften nicht verpuffen.