Nach einer Corona-Impfung geben schwangere Frauen einer US-Studie zufolge die gebildeten Antikörper an ihr Baby weiter. Später könne es diese auch über die Brustmilch bekommen. In den USA haben sich schon mehr als 100 000 Schwangere impfen lassen. In Deutschland herrscht diesbezüglich Zurückhaltung - jedenfalls bisher.
Schwangere können zwar geimpft werden, es geht aber eher um Ausnahmefälle. In der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) heißt es: «Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.» In der «Berliner Zeitung» war kürzlich jedoch von impfwilligen Schwangeren zu lesen, die regelrecht um den Piks kämpfen müssen. Ärzte scheinen sich zu scheuen wegen etwaiger Risiken. Immerhin: Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren können priorisiert die schützenden Dosen verabreicht bekommen.
Nach zufälligen Impfungen von Frauen, die zu dem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Schwangerschaft wussten, habe sich gezeigt, dass dies keine negativen Einflüsse habe, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich in Berlin, als er nach der Impfung für Schwangere gefragt wurde. Er schilderte ein Dilemma: zwischen Sorgen vor Folgen der Impfung und Ängsten vor Covid-19. Deshalb sei die Auswertung der Studienlage wichtig, die Stiko schaue sich das kontinuierlich an, bekräftigte er.