Letztes Update:
20210305145234

Wunsiedel: Gurgeltests für Grundschüler

14:51
05.03.2021
Der Landkreis Wunsiedel erprobt ein Konzept, um Kinder wieder in Schulen zu bringen. Es soll auch mit den Kleineren gut umzusetzen sein.

Wunsiedel - Mit einem Modellversuch in den Notgruppen erprobt der Landkreis Wunsiedel ein Testkonzept für sichere Schulöffnungen. „Auch wenn die Inzidenzen in den Grenzlandkreisen weiterhin hoch sind, brauchen unsere Familien dringend eine Perspektive“, sagt Landrat Peter Berek, der im ersten Schritt eine schrittweise Öffnung der Schulen im Blick hat. „Doch die Öffnung darf nicht überstürzt passieren und muss von einem höchsten Maß an Sicherheit für Kinder und Lehrer und somit auch für die Familien, die dringend Planungssicherheit brauchen, begleitet werden“, sagt er. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Landratsamt seit an Konzepten, wie das gelingen kann.


Schrittweise zurück in Schulen
In der kommenden Woche startet im Landkreis deshalb ein Testkonzept für Schüler, das zunächst in den Notgruppen der Grundschulen in Wunsiedel, Marktredwitz, Kirchenlamitz, Marktleuthen, Arzberg und Schirnding/Hohenberg durchgeführt wird. Bewährt es sich, soll es vorbehaltlich der Zustimmung aus dem Gesundheitsministerium fortgesetzt und ausgeweitet werden, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. „Mein Wunsch ist es, dass wir so unsere Kinder schrittweise zurück in die Schulen und Kitas zu bringen“, sagt Berek. „Parallel dazu arbeiten wir natürlich auch daran, die Inzidenzen zu senken. Aber da ist noch Geduld gefragt – der Weg bis dahin ist für unsere Familien im Landkreis schlichtweg zu lang. Wir machen uns deshalb beim Gesundheitsministerium für mögliche Wege aus dem Lockdown stark.“

Das Testkonzept hat der Landkreis zusammen mit seinen Partnern von 21 dx und Eurofins entwickelt, die auch die Teststellen im Landkreis betreiben. Geplant sei ein engmaschiges Screening der Schüler und Schülerinnen, das auch mit kleineren Kindern gut umgesetzt werden könne. Demnach könnten diejenigen, deren Eltern für die Teilnahme am Screening eine Einverständniserklärung abgegeben haben, zweimal pro Woche einen Gurgeltest machen. Eine Testung, die ebenso angenehm wie zuverlässig sei und beispielsweise in Schulen in Berlin schon erfolgreich angewendet werde. Der Gurgel-PCR-Test erfülle den Goldstandard, sei also hochsensitiv und schlage deshalb auch bei Menschen an, die keine Symptome zeigen.

Tests zweimal pro Woche
Durchgeführt werden kann der Test zweimal pro Woche vor Unterrichtsbeginn. Die Proben werden jedem Kind so zugeordnet, dass keine Verwechslungen entstehen können. Danach wird aus jeder Probe eine kleine Menge entnommen, gemischt und im Nachgang für den kompletten Klassenverbund eine PCR-Testung vorgenommen. Erst wenn diese positiv ausfällt, werden die Kinder in einem kommunalen Testzentrum einzeln mit einem herkömmlichen PCR-Test nachgetestet, um danach alle erforderlichen Maßnahmen einleiten zu können.

„Diese sogenannte Gurgel-PCR hat viele Vorteile. Sie ist für die Kinder gut verträglich und kann ohne Infektionsrisiko im Klassenzimmer durchgeführt werden“, erklärt Schulamtsdirektor Günter Tauber. Zudem liefere dieses Vorgehen sehr zuverlässige Ergebnisse und die Eltern würden noch am gleichen Abend per Mail über das Ergebnis informiert. „Wir alle wünschen uns sehr, dass wir mit diesen Tests alle Schüler wieder in die Klassenzimmer zurückholen und so einen ersten Schritt zurück zur Normalität gehen können, zumindest solange, bis sie von Selbsttests oder anderen Konzepten abgelöst werden“, sagt Günter Tauber. red

Bayerns große Konzerne zum Impfen bereit

14:27
05.03.2021
Große Unternehmen in Bayern bereiten sich auf Corona-Impfungen ihrer Belegschaft durch die Betriebsärztinnen und -ärzte vor. 

München - Dazu zählen Adidas, Audi, BMW und Siemens, wie die Unternehmen auf Anfrage mitteilten. „Sofern die flächendeckende Verfügbarkeit des Impfstoffes gesichert ist, werden wir mit der Unterstützung unseres Betriebsarztes ein Impfangebot für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen“, erklärte eine Adidas-Sprecherin in Herzogenaurach.

Da die Impfkampagne in Deutschland bisher nur langsam läuft, sind der Arbeitgeberverband BDA und der Industrieverband BDI bei der Bundesregierung vorstellig geworden, um auf schnellere Impfungen zu drängen und Unterstützung in Form der Betriebsärzte anzubieten.
Audi hat bereits konkrete Pläne in der Schublade. „Dazu haben wir zum Beispiel bereits Impfräume definiert, die kurzfristig ihren Betrieb aufnehmen können“, sagte eine Sprecherin in Ingolstadt. „Sobald Impfstoff vorhanden ist, ist das Audi-Gesundheitswesen "impf-ready".“

In Sachen Impfung sind sich auch Konkurrenten einig: „Die BMW AG wäre bereit, den Mitarbeitern bei ausreichender Impfstoffverfügbarkeit eine SARS-COV-2-Impfung anzubieten und so die Impfkampagne der deutschen Bundesregierung beziehungsweise der Länder zu unterstützen“, hieß es in München. „Als Arbeitgeber können wir unterstützend mitwirken und werden unsere Belegschaft entsprechend informieren und ein starkes Signal absenden.“

Vorbereitungen trifft auch Siemens. „Zu den Details sind wir beziehungsweise BDA und BDI im Austausch mit den entsprechenden Stellen, insofern können wir hierzu noch nichts Näheres sagen“, sagte ein Sprecher in München.

Zu den bislang ungeklärten Details zählt die Frage, ab wann Betriebsärzte impfen dürfen. Die Strategie des Bundes sieht das zwar vor, aber erst zu einem bislang ungeklärten späteren Zeitpunkt. Bereit zum Impfen sind auch andere große Unternehmen in Bayern, darunter die Allianz, die Baywa und die Versicherungskammer.