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Bayern-Koalition streitet um Corona-Grenzwert für Distanzunterricht

15:59
26.04.2021
Im Streit um die Corona-Auflagen etwa an Schulen in Bayern müssen sich CSU und Freie Wähler am Dienstag (11.00 Uhr) im Kabinett wieder zusammenraufen. In den vergangenen Tagen hatten die Freien Wähler immer wieder Forderungen aufgestellt, wie Vorgaben der Bundesnotbremse, die weniger streng als die bayerischen Regeln sind, auch im Freistaat anzuwenden seien. Dabei kritisierten sie insbesondere die Ausgangsbeschränkungen und den verpflichtenden Distanzunterricht an Schulen ab einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Die CSU setzt dagegen weiter auf die Umsetzung der bayerischen Vorgaben und lehnte ihrerseits etwa einen Wechselunterricht bis zur Inzidenz 165 ab. Auch bei der Ausgangsbeschränkung ist die CSU gegen die in der Bundesnotbremse vorgesehene Möglichkeit, dass Personen in Hotspots ab einer 100er-Inzidenz nach 22.00 Uhr noch alleine bis Mitternacht vor die Tür dürfen, etwa um zu joggen.

Formell ist für eine Verlängerung der Maßnahmen zwar keine Abstimmung im Kabinett notwendig, weshalb etwa eine Enthaltung der Freien Wähler hier zunächst keine Konsequenzen hätte. Allerdings würde das Vorgehen die in der Pandemie gängige Praxis zur Verlängerung der Verordnungen aber gehörig durcheinanderwirbeln. Denn im Anschluss an das Kabinett tragen CSU und Freie Wähler den Kurs auch immer mit ihrer Mehrheit durch den Landtag, hier wäre die CSU dann bei einer Abstimmung auf Stimmen aus der Opposition angewiesen.

Die Freien Wähler machen bereits länger gegen die Bundesnotbremse mobil - unter anderem versuchen sie die Regelung auch über ihren Bundesverband per Eilantrag am Bundesverfassungsgericht zu kippen. Zugleich stören sie sich aber auch daran, dass Bayern bisher sowohl aus der Bundesnotbremse als auch der bayerischen Verordnung immer die jeweiligen strengeren Regelungen umsetzt. Diesen Kurs hatte am Sonntag auch der Landesvorstand der FW beschlossen.

Arztpraxen starten später mit Johnson & Johnson-Impfungen

15:58
26.04.2021
Eine bevorstehende Lieferung des Impfstoffs des US-Herstellers Johnson & Johnson nach Deutschland hat voraussichtlich einen geringeren Umfang als ursprünglich erwartet. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag auf Anfrage mit. Die erste Lieferung nach dem Johnson & Johnson-Lieferstart sei in Deutschland eingetroffen und werde an die Länder verteilt. Nach einem Bericht des „Spiegels“ sollten mit der zweiten Lieferung eigentlich 444 000 Dosen eintreffen nach gut 250 000 mit der ersten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte darauf hingewiesen, dass das Präparat von Johnson & Johnson nicht in der ersten Maiwoche in die Arztpraxen komme. „Dafür werden die Vertragsärzte mehr Impfstoff von Astrazeneca erhalten, so dass die angekündigte Liefermenge mit rund drei Millionen Dosen unverändert bleibt.“

Vertragsärzte können laut KBV für die kommende Woche rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und 1,4 Millionen von Astrazeneca bestellen. Auch die „Rheinische Post“ berichtete darüber. Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, nannte in der Zeitung mit Blick auf Johnson & Johnson das Hin und Her unnötig. Die Impfkampagne könne einen Dämpfer bekommen.

Für das gesamte laufende zweite Quartal haben die Hersteller laut Gesundheitsministerium insgesamt 80 Millionen Impfdosen zugesagt, davon sollen etwa 50 Millionen von Biontech/Pfizer kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Freitag mitgeteilt, dass Biontech sehr zuverlässig liefere. Johnson & Johnson habe eine Lieferzusage von 10 Millionen Dosen fürs zweite Quartal gemacht. Das Ministerium erwarte, dass die Zusage eingehalten werde. „Die Impfdosen werden ab Mai in den Arztpraxen verimpft werden“, so ein Sprecher.