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USA: Johnson & Johnson-Impfungen werden wieder aufgenommen

06:33
24.04.2021
Nach sechs Hirnvenenthrombosen-Fällen hatten die US-Behörden vor rund zehn Tagen die Impfungen mit Johnson & Johnson vorübergehend ausgesetzt. Nun ist der Wirkstoff wieder freigegeben worden.

Washington - Der Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Johnson & Johnson kann in den USA uneingeschränkt wieder eingesetzt werden.

Die vor rund zehn Tagen beschlossene vorübergehende Aussetzung sei mit sofortiger Wirkung sofort aufgehoben, teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA mit.

Zuvor hatte ein Beratergremium der CDC eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Zehn Mitglieder des "Advisory Committee on Immunization Practices" (ACIP) stimmten nach mehrstündigen Beratungen daür, vier dagegen, eins enthielt sich. Bei einer vorherigen Sitzung in der vergangenen Woche hatte sich das Gremium vertagt, um vor einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen zunächst weitere Informationen zu sammeln. "Wir haben uns die Zeit genommen, die wir brauchten, um dieses Thema ausführlich zu untersuchen", sagte CDC-Chefin Rochelle Walensky.

Vor rund zehn Tagen hatten CDC und FDA eine vorübergehende Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson beschlossen, nachdem in den USA in diesem Zusammenhang zunächst sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. Die Aussetzung sei aus einem "Übermaß an Vorsicht" empfohlen worden, hieß es.

Die Fälle seien "sehr selten" und der Nutzen des Impfstoffs sei nach wie vor deutlich größer als die Risiken, sagte die kommissarische FDA-Chefin Janet Woodcock nun am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht." Medizinische Einrichtungen und Menschen, die sich impfen lassen wollen, sollen künftig aktualisierte Informationen über den Wirkstoff enthalten, die auch Hinweise auf die Thrombosen enthalten.

Bislang wurden den Angaben nach mehr als 7,2 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt. Der weitaus größere Teil der Impfungen wurde mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech durchgeführt.

Nach der vorübergehenden Aussetzung durch CDC und FDA in den USA hatte Johnson & Johnson zunächst den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert, ihn aber fortgesetzt, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nach einer erneuten Überprüfung am Dienstag grünes Licht gegeben hatte.

Corona-Hotspot in den Haßbergen

16:36
23.04.2021
Der Landkreis liegt mit einer Inzidenz von 344,9 nun hinter Kronach auf Rang zwei in Bayern. Deutschlandweit ist der Kreis in den Top 5.

Wer gestern kurz gedacht hatte, die Lage hätte sich entspannt, wurde schnell eines Besseren belehrt: Nachdem das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag für den Landkreis Haßberge zunächst eine 7-Tages-Inzidenz von 247,7 und damit einen deutlichen Rückgang vermeldet hatte, folgte die Korrektur auf dem Fuß: Offenbar, so berichtigte das Landratsamt Haßberge am Nachmittag in einer Pressemitteilung, war aber nur ein Teil der vom Gesundheitsamt gemeldeten Fälle in der Wertung des RKI berücksichtigt worden. Der eigentliche Wert betrug am Donnerstag laut Regierung 348,41. Und auch am Freitag pendelte sich die Inzidenz auf dieser Höhe ein: Laut RKI (Stand: 23. April, 0 Uhr) liegen die Haßberge mit 344,9 weiterhin an der Spitze in Unterfranken. Deutschlandweit haben nur noch drei Landkreise in Deutschland eine höhere Inzidenz als die Haßberge, in Bayern liegt der Landkreis nur noch hauchdünn hinter Kronach (346,1) auf Rang 2.

3590 Fälle sind es bislang in den Haßbergen, wo das Gesundheitsamt am Freitag 24 weitere Neuinfektionen bekannt gab. Damit sind bisher rund 4,25 Prozent der Landkreisbevölkerung positiv auf das Corona-Virus getestet worden. 546 Menschen im Landkreis gelten momentan als infiziert. Dabei bleibt der „Hotspot“ die Kreisstadt Haßfurt mit aktuell 97 Infizierten; aber auch Zeil (47), Oberaurach (40) oder Rauhenebrach (38) haben mit einer Häufung der Fälle zu kämpfen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hoch ist auch die Zahl in Kirchlauter (25) oder Breitbrunn (27). Ebern zählt aktuell 27 positive Corona-Fälle.

Nach Angaben des Landratsamtes in Haßfurt werden 24 Corona-Patienten aus dem Landkreis derzeit stationär im Krankenhaus behandelt, davon fünf auf Intensivstationen. 512 Personen befinden sich gerade in häuslicher Quarantäne. Die britische Mutante ist inzwischen für insgesamt 831 Corona-Fälle im Kreis verantwortlich.

Auch bei den Nachbarn in Coburg steigt die Inzidenz – und zwar am Freitag auch über die 200er-Marke (211,8; Stand Freitag, 23. April, 0 Uhr). Sollte dies drei Tage in Folge so bleiben, müssen die Regeln auch in Coburg weiter verschärft werden. Das droht der Stadt Schweinfurt ebenfalls, die am Donnerstag mit 202,2 die 200er-Grenze sprengte und am Freitag mit 241,5 bereits weit darüber lag.

Besser sieht es in den Landkreisen aus: Im Coburger Landkreis sind die Zahlen gesunken (Inzidenz am Freitag: 159,1), und auch das Schweinfurter Land gehört mit 130,8 noch zu den Kreisen mit den niedrigeren Neuinfektionszahlen. Sinkend scheint die Tendenz in Rhön-Grabfeld (168,3).

In Bamberg sind die Inzidenzwerte dagegen ebenfalls weiter angestiegen. So notiert das RKI für die Stadt am Freitag einen Wert von 140,9, im Landkreis – lange Zeit unter der 100er-Marke – eine 7-Tage-Inzidenz von 151,5. Als Grund für die steigende Inzidenz gibt das Landratsamt in Bamberg eine Häufung von Fällen in Schulen und Kindergärten an. Der Fachbereich Gesundheitswesen registriere seit dem vergangenen Wochenende wieder vereinzelte Infektionen in einigen Einrichtungen. „Obwohl in den Kitas in Stadt und Landkreis nur Notbetreuung angeboten wird, häufen sich die Infektionen dort“, heißt es aus dem Landratsamt. In der zurückliegenden Woche habe es neun Infizierte in sechs Einrichtungen gegeben; gut 80 Personen müssen als Kontaktpersonen in Quarantäne.

In Stadt und Landkreis Bamberg sind bislang insgesamt 7600 Infizierte registriert worden; aktive Fälle meldet die Behörde derzeit 623 (Stadt: 196, Landkreis: 427).