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Aussicht auf Corona-Impfungen für alle im Juni

04:18
23.04.2021
Die Corona-Impfungen gehen bisher nur Stück für Stück voran. Denn die knappen Dosen sollen für Risikogruppen reserviert bleiben. Doch jetzt kommt deutlich mehr Impfstoff heran - und ein Durchbruch rückt näher.

Berlin - Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wohl für Juni die Aussicht auf Impfungen für alle.

Die Beschränkungen auf besonders gefährdete Menschen in einer festen Reihenfolge könnten dann wegfallen. "Wenn es früher ist, bin ich froh", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundesrat. "Wir sollten aber keine Erwartungen wecken, die nachher enttäuscht werden. Deswegen gehe ich Stand heute davon aus, dass wir im Juni die Priorisierung werden aufgeben können." Im Mai soll als nächstes die letzte Vorranggruppe mit Menschen ab 60 drankommen.


Nach viel Ärger über den schleppenden Start mit knappen Impfdosen und komplizierten Terminbuchungen zu Jahresbeginn sollen die Impfungen dank anziehender Lieferungen jetzt weiter Fahrt aufnehmen. Derzeit habe mehr als jeder Fünfte in der Bevölkerung eine erste Impfung, sagte Spahn - genau gesagt 21,6 Prozent, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bekannt gab. Bis Ende April werde es jeder Vierte sein und im Mai jeder Dritte, prognostizierte der Minister. Dabei soll auch das Netz für Impfungen schrittweise noch größer werden.

DIE PRIORISIERUNG: Eingeführt wurde die amtliche Reihenfolge wegen des anfangs absehbar knappen Impfstoffes. Erklärtes Ziel: Menschen mit dem höchsten Risiko auf schwere und tödliche Corona-Verläufe rasch zu schützen. In Gruppe 1 kamen daher über 80-Jährige, Menschen in Pflegeheimen und Gesundheitspersonal mit hoher Ansteckungsgefahr dran. Gerade laufen Impfungen in der zweiten Gruppe mit Menschen ab 70, mit Erkrankungen wie Krebs, Kita-Erzieherinnen und Lehrkräften an Grundschulen. Einige Länder haben auch schon mit der dritten und letzten Gruppe begonnen, ehe dann alle zum Zuge kommen können - dazu gehören Menschen ab 60 und unter anderem weitere Berufsgruppen.

DAS IMPFNETZ: Seit der Woche nach Ostern sind neben den regionalen Impfzentren der Länder auch Zehntausende Hausarztpraxen im Spiel und bringen Schub über die breite Fläche: Am Mittwoch wurden so insgesamt 689.042 Spritzen gesetzt - im Sieben-Tage-Schnitt sind es inzwischen 500.000 am Tag. Im Juni sollen Betriebsärzte regulär mitimpfen. Spahn machte klar, dass das für die Impfbereitschaft wichtig ist: Im Moment seien jene dran, die unbedingt geimpft werden wollen, wovon es Gott sei Dank viele gebe. Aber es komme zur Jahresmitte eine Phase, "wo wir die überzeugen müssen, die noch zögern". Und da sei es gut, wenn man sich einfach im Betrieb und mit Kollegen impfen lassen kann.