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Ab Mai in Bayern: Mobile Impfteams sollen Obdachlose impfen

05:14
22.04.2021
Mobile Impfteams sollen in Bayern ab Mai auch auf der Straße lebende Obdachlose gegen das Coronavirus immunisieren. Die Regierung stelle dafür ab nächster Woche 6000 Impfdosen zur Verfügung, kündigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag an.

München (dpa/lby) - "Wir wollen damit gezielt auf die Menschen zugehen, die nicht in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und somit faktisch auf der Straße leben", sagte er laut einer Mitteilung des Ministeriums. "Hier geht es um Menschen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsort haben und das bestehende Hilfesystem aus unterschiedlichen Gründen meiden."

   

Die Impfangebote soll es von den Teams der Impfzentren immer am gleichen Ort und zur gleichen Uhrzeit geben. "Wir werden keine unnötigen bürokratischen Hindernisse schaffen. Ein abgelaufener Personalausweis wird bei niemandem die Impfung verhindern", versprach Holetschek.

Laut Ministerium gehören auf der Straße lebende Menschen nach der Impfreihenfolge des Bundes zur Priorisierungsgruppe 3. Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind, sollten bereits als Teil von Priorisierungsgruppe 2 Impfangebote erhalten haben - von mobilen Impfteams in den Einrichtungen oder per direkter Terminvereinbarung im Impfzentrum.

Wer den Ort seines gewöhnlichen Aufenthalts nicht wie in der Verordnung vorgesehen nachweisen könne, könne eine vom Ministerium erarbeitete Vorlage zur Bestätigung der Unterkunft oder einer Hilfsstelle als Identitätsnachweis nutzen.

Corona-Krise bringt Volkshochschulen in Schwierigkeiten

05:12
22.04.2021
Töpfern, Japanisch lernen oder Yoga - Volkshochschulen bieten zahlreiche Kurse an. Doch seit Corona geht vieles nur noch online - wenn überhaupt.

Erlangen (dpa/lby) - Die Corona-Krise stellt auch die Volkshochschulen in Bayern vor finanzielle Probleme. "Viele Volkshochschulen fürchten mittelfristig um ihre Existenz", teilte der Bayerische Volkshochschulverband (BVV) mit. Am Donnerstag wollte er in Erlangen sein 75-jähriges Bestehen feiern. Statt einer großen Jubiläumsfeier am Gründungsort waren Diskussionsrunden zur Bedeutung der Volkshochschulen geplant, die ins Internet übertragen werden sollten.

Seit Beginn der Pandemie mussten die Volkshochschulen zweimal für mehrere Wochen schließen, durften Kurse nur noch unter strengen Hygienevorschriften und mit weniger Teilnehmern anbieten und stellten wenn möglich auf digitale Angebote um. Im vergangenen Jahr verhinderten nach Angaben des BVV Hilfen des Freistaats in Höhe von rund 15 Millionen Euro, dass Volkshochschulen Insolvenz anmelden mussten. Wie vielen Einrichtungen ein zweiter Rettungsschirm in diesem Jahr helfen werde, sei aber noch offnen.

Seit Mitte März dürfen die Volkshochschulen in Städten und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner von unter 100 zwar wieder Präsenz-Kurse anbieten. Aktuell lässt die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen das aber in Bayern so gut wie gar nicht mehr zu. Viele Volkshochschulen haben dem BVV zufolge wegen der unsicheren Lage viele Veranstaltungen von vorneherein nur online geplant.

Der Online-Unterricht habe einen enormen Schub bekommen, hieß es vom BVV. Doch dieser könne den Ausfall der Präsenz-Kurse nicht ausgleichen. Denn viele Veranstaltungen seien online nicht umsetzbar. Das gelte zum Beispiel für Integrationskurse. Bei Fremdsprachenkursen und Vorträgen gebe es dagegen großes Interesse an den Online-Formaten.

Ob die Volkshochschulen dank der vielen Online-Kurse neue Zielgruppen ansprechen konnten, ist nach Angaben des BVV noch nicht ausgewertet. Auffällig sei aber, dass es nicht stimme, dass ältere Menschen daran weniger Interesse hätten als jüngere.

Für kommende Präsenz-Kurse meldeten sich die Menschen wegen der unsicheren Situation zurzeit nur zurückhaltend an. Deshalb sei auch noch in den nächsten Monaten viel Durchhaltevermögen gefragt, betonte der BVV. Die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown hätten gezeigt, dass die Volkshochschulen auch nach Wiederaufnahme der Präsenz-Kurse mit Defiziten rechnen müssten - allein schon wegen der geringeren Teilnehmerzahlen. In diesem Jahr rechnet der BVV auf jeden Fall nicht mehr mit normalen Kursgrößen.