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Inzidenz in den Haßbergen bei 343,7

16:20
19.04.2021
Die britische Variante ist derzeit kaum aufzuhalten. Der Kreis Haßberge verzeichnet am Montag einen Inzidenz-Höchstwert. Ab Dienstag gelten verschärfte Maßnahmen.

Spitzenreiter in Unterfranken, in Bayern auf Rang drei: Auf diese vermeintlichen Erfolge hätte der Landkreis Haßberge sicher gerne verzichtet. Schon am Samstag lag der Inzidenzwert bei 261,9, am Sonntag (320,0) meldete das RKI dann erstmals das Durchbrechen der 300er-Marke. Am Montag erreichte der Wert dann 343,7 – so hoch wie nie. Bundesweit ist die 7-Tage-Inzidenz nur in sechs Landkreisen höher als in den Haßbergen (siehe auch Seite 11). Der Landkreis liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt in Bayern von 187. Schon am Sonntag kündigte das Landratsamt in Haßfurt an, angesichts der erneut hohen Inzidenzwerte und der hohen Verbreitung der britischen Mutation über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu beraten.


Allgemein gültige Regelungen für Städte und Landkreise jenseits der 300er-Grenze gibt es nicht, nur die Aufforderung des Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, in diesem Fall eine Allgemeinverfügung mit „restriktiveren Regelungen“ zu erlassen. Dies hat der Landkreis am Montag in Absprache mit der Regierung von Unterfranken getan. Die Regelungen gelten ab Dienstag, 20. April, und bis Sonntag, 9. Mai.

Die vielleicht wichtigste Nachricht zuerst: Präsenzunterricht gibt es nicht mehr, auch nicht für Viertklässler, Oberstufen und Abschlussklassen. An allen Schulen (ausgenommen Schulen zur sonderpädagogischen Förderung) findet nur noch Distanzunterricht statt. Ausnahme: Prüfungen können in Präsenzform durchgeführt werden.

Notfallbetreuungen werden weiterhin sichergestellt. Für die Teilnahme an der Notbetreuung ist ein negativer Covid-19-Test erforderlich. An der Notbetreuung können jedoch nur die Kinder mit sogenanntem „dringenden Betreuungsbedarf“ teilnehmen. Also die, deren Eltern keinen Urlaub nehmen können, vom Arbeitgeber nicht freigestellt werden, oder Elternteile, die alleinerziehend, selbstständig bzw. freiberuflich sind, oder aber bei denen das Jugendamt die Teilnahme an der Betreuung angeordnet hat. „Der Schule ist für die Teilnahme eine kurze, formlose Begründung des Betreuungsbedarfes vorzulegen“, heißt es.

Kindertageseinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Notbetreuungen werden aufrechterhalten – auch hier aber nur für Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte „tatsächlich“, wie es heißt, durch ihre berufliche Tätigkeit an der Betreuung gehindert sind und auch keine andere Betreuungsperson zur Verfügung steht. Auch hier gibt es weitere Ausnahmen zum Kindeswohl. Und auch die Kindertageseinrichtungen sollen sich von den Eltern schriftlich bestätigen lassen, dass die Betreuung nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann.


Verlängert wird die sogenannte Ausgangssperre, und zwar um eine Stunde nach vorn: Von 21 bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb der Wohnung untersagt, es sei denn, es liegen die üblichen wichtigen Gründe wie beispielsweise medizinische Notfälle oder die Fahrt zur/von der Arbeit vor. Obendrein werden die Versammlungsrechte weiter eingeschränkt: Unter freiem Himmel ist die Teilnehmerzahl auf maximal 100 Personen und die zeitliche Dauer auf maximal 90 Minuten, in geschlossenen Räumen auf maximal 50 Personen/90 Minuten begrenzt.

Regeln, Beschränkungen, Vorschriften gibt es also – und für die Unternehmen und Betriebe im Landkreis Haßberge einen Appell: Und zwar den, sich streng an die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu halten. „Die Hygiene- und Schutzkonzepte können stichprobenartig kontrolliert werden“, warnt die Kreisbehörde. Sollten die Fallzahlen weiter steigen, könne es zu einer Testpflicht für die Betriebe kommen. Allen Beschäftigten wird nahegelegt, die Testangebote der Arbeitgeber oder alternativ die Schnelltestzentren des Landkreises oder in den Kommunen zu nutzen.

Gestattet sind weiterhin nur Treffen des eigenen Haushaltes mit einer zusätzlichen weiteren Person. Dies dann übrigens auch beim kontaktfreien Sport. Kinder unter 14 Jahren werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Diese Beschränkung hatte schon beim Überschreiten der 100er-Inzidenz gegolten. Erlaubt bleibt auch die „wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst“.

Ebenfalls weiterhin bleibt die Öffnung des Einzelhandels mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe untersagt. Die Abholung vorbestellter Ware in Ladengeschäften („Click and Collect“) ist auch ohne Test zulässig. Weiterhin ausgenommen sind Lebensmittelhandel und andere „bedarfsnotwendige Ladengeschäfte“.

Dienstleistungen der Friseure, Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege können indes weiter angeboten werden. Für alle Läden, die inzidenzunabhängig geöffnet sind, ist kein Corona-Test notwendig. Offen bleiben auch die Büchereien; geschlossen Galerien und Museen.

„Unsere Lage ist ernst und sehr angespannt“, sagt Landrat Wilhelm Schneider am Montag zu den verschärften Corona-Maßnahmen im Kreis. „Die britische Mutation ist ansteckender und verbreitet sich stark. Wir müssen handeln und insbesondere die Kontaktzahlen weiter reduzieren“, begründet der Landrat die strengeren Regeln und richtet den eindringlichen Appell an die Bevölkerung, sich an die Beschränkungen zu halten. „Nur, wenn wir jetzt alle zusammen konsequent handeln, können wir eine Reduzierung der Ansteckungen erreichen. Bitte helfen Sie alle mit, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen.“

Das Gesundheitsamt hatte am Montag weitere 19 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle auf 3382 (Stand: 19. April, 15 Uhr), davon 468 aktuell Infizierte. 2836 Menschen gelten als inzwischen wieder genesen; 78 Menschen sind bisher im Zusammenhang mit der Infektion verstorben. Zu ihrem Gedenken hatten am Sonntag um 13 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken im Landkreis geläutet.

Nach Angaben des Landratsamtes werden derzeit 26 Haßberge-Bürger stationär im Krankenhaus behandelt, davon fünf auf Intensivstationen, auch außerhalb des Landkreises. In häuslicher Isolation befinden sich momentan 542 Personen. Die ansteckendere britische Variante des Coronavirus breitet sich indes im Landkreis weiter aus: Mittlerweile wurden insgesamt 669 Fälle bestätigt. Die südafrikanische Variante war bisher nur einmal nachgewiesen worden. Bei 26 weiteren Verdachtsfällen steht das Ergebnis der Genom-Sequenzierung noch aus. Aktuell werden alle positiven Testergebnisse auf Mutationen untersucht.

Die Neuinfektionen verteilen sich nach Angaben von Landratsamtssprecherin Monika Göhr weiter auf den gesamten Landkreis. Bereits vor dem Wochenende gab es schon keine Kommune mehr, die coronafrei war. „Häufig sind ganze Familien betroffen“, so die Pressesprecherin.

Landrat Wilhelm Schneider bleibt angesichts dessen nur die dringende Bitte an alle Landkreisbürger, „die beruflichen und privaten Kontakte auf ein Minimum zu beschränken“, wie er sagt. Falls Kontakte erforderlich seien, müssten die Abstands- und Hygieneregeln konsequent eingehalten werden. „Gleichzeitig bitte ich eindringlich, die Testangebote in den Betrieben und Kommunen wahrzunehmen – zum eigenen Schutz und zum Schutz unserer Mitmenschen“, so der Landrat. „Wir wissen, dass dies alles anstrengend ist und je länger die Einschränkungen gelten, auch die Motivation und Akzeptanz nachlässt. Aber wir haben alle eine gemeinsame Verantwortung. Je besser wir uns jetzt daran halten, umso eher können wir in unsere gewünschte Normalität zurückkehren.“

Corona im Kreis Coburg: B 1.1.7 breitet sich aus

15:52
19.04.2021
Die Mutation ist jetzt für 80 Prozent aller Neuinfektionen verantwortlich. Bei der Impfquote hängen Stadt und Landkreis etwas hinterher.

In Stadt und Landkreis Coburg nehmen die Ansteckungen weiter zu. Die Mutation B 1.1.7, die sogenannte britische Variante von Covid-19, hat im Landkreis Coburg inzwischen einen Anteil von 80 Prozent an den Neuinfektionen. Dies teilte Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landratsamtes, am Montag mit. Das macht sich auch an der Anzahl der infizierten Personen bemerkbar. Diese hat in der vergangenen Woche noch einmal stark zugenommen: von 474 auf 673. „Ein Großteil der Ansteckungen erfolgt im privaten Bereich und hier besonders im häuslichen Umfeld“, so Rösler.


Bei der Impfquote hängen Stadt und Landkreis Coburg etwas hinterher. Während bundesweit bereits 19,8 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten haben – im Landkreis Kronach ist es sogar über ein Viertel – sind es hier erst 16,6 Prozent. Das hängt allerdings damit zusammen, dass Kreise mit sehr hohen Inzidenzen oder Nähe zu Risikogebieten wie Kronach oder Haßberge mehr Impfstoff bekommen. „Jede einzelne Dose, die wir bekommen, wird auch verimpft“, betont Rösler.

Trotz überall hoher Fallzahlen ist die Lage in den Kliniken der Region noch weitgehend entspannt – zumindest auf den Intensivstationen. Allerdings: In Coburg lagen am Montag sieben Personen auf der Intensivstation, fünf davon mussten beatmet werden. Am kommenden Donnerstag will Regiomed über die Situation in seinem Klinikverbund informieren.

Einen neuen Höchststand meldete das Robert-Koch-Institut für den Landkreis Haßberge: Mit einer 7-Tagesinzidenz von 343,7 liegen die Haßberge nach Dingolfing-Landau und Kronach auf Rang drei in Bayern.

Hofer Land: Impfquote bei fast 30 Prozent

15:01
19.04.2021
Stadt und Landkreis Hof liegen deutschlandweit ziemlich weit vorne beim Pieksen. Die Impfquote liegt fast zehn Prozent über dem bayerischen Durchschnitt.

Hof - Seit Beginn der Impfungen Ende Dezember sind in Stadt und Landkreis Hof insgesamt 46 754 Dosen in den beiden Impfzentren sowie durch mobile Impfteams verimpft worden. Darunter sind 35 230 Erstimpfungen (22 233 Biontech, 11 285 Astrazeneca, 1712 Moderna). 11 524 Personen haben bisher die Zweitimpfung erhalten (11 338 mit Biontech, 186 Personen mit Moderna). Zusätzlich wurden durch die Hausärzte in Stadt und Landkreis Hof insgesamt 5351 Dosen geimpft. Damit liegt die Zahl der bisherigen Impfungen im Hofer Land bei 52 105. Die Impfquote (nach Erstimpfung) in Stadt und Landkreis Hof liegt nach Mitteilung des Gesundheitsamtes bei 29 Prozent (in Bayern bei 20,3, bundesweit bei 19,8). red