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20210304104552

Heftige Kritik an Vorschlag für kürzere Sommerferien

10:44
04.03.2021
Der Vorstoß für kürzere Sommerferien, um Wissenslücken nach der Corona-Zwangspause für Schüler zu schließen, stößt auf scharfe Kritik. Der Vize-Chef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dirk Lederle, sagte am Donnerstag in Stuttgart: «Es zeigt, wie viel Ahnung der Ministerpräsident von der schulischen Realität hat.» Die Lehrkräfte und die allermeisten Schüler seien hart am Arbeiten, auch in der schulfreien Zeit.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte verkürzte Sommerferien ins Gespräch gebracht. «Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen», sagte der Grünen-Regierungschef dem «Mannheimer Morgen» (Donnerstag).

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte den Vorstoß von Kretschmann als «zu kurz» gedacht. Landeschefin Monika Stein sagte: «Wir brauchen Förderkonzepte mindestens für die nächsten beiden Schuljahre, und damit diese funktionieren, brauchen wir mehr Personal.» Die Regierung Kretschmann könnte jetzt noch einmal Mut und Weitsicht beweisen und die Finanzierung von pädagogischen Assistenzen und zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte für das nächste Schuljahr beschließen.

Stein forderte flächendeckende Schnelltests für die 4.500 Schulen, 130.000 Lehrkräfte und 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler. Die Diskussion über die weitere Öffnung von Schulen ab nächstem Montag sei gefährlich

Der VBE erklärte, der Schulalltag mit Fernlernunterricht, Präsenzunterricht und Notbetreuung stelle für die Lehrkräfte eine enorme Dreifachbelastung dar. «Vor diesem Hintergrund wäre eine Kürzung der Sommerferien nicht nur unverschämt, sondern eine grob fahrlässige Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.»

(dpa/lsw)

Corona-Test im Drogeriemarkt - dm plant Schnelltest-Center

10:43
04.03.2021
In Schnelltest-Centern vor rund 250 dm-Filialen in Baden-Württemberg sollen Menschen bald Corona-Tests machen können. Bürger sollen sich hier nach Angaben von Donnerstag noch im Laufe dieses Monats mindestens einmal pro Woche kostenfrei testen lassen können, wie es die Bundesregierung beabsichtige. Dafür würden sowohl dm-Mitarbeiter als auch medizinisches Fachpersonal und freiwillige Helfer geschult. Land und Bund habe dm ein Konzept vorgelegt, «wie wir zunächst in Baden-Württemberg und dann auch deutschlandweit Schnelltest-Center bei unseren dm-Märkten einrichten können», sagte der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung, Christoph Werner, in Karlsruhe. Im Südwesten gibt es 340 und bundesweit 2040 dm-Märkte.

«Die Landesregierung hat die Initiative von dm gerne aufgegriffen, das Land und die Kommunen mit dem Aufbau von Schnelltest-Centern bei der schrittweisen und sicheren Rückkehr in den Alltag zu unterstützen», sagte der Chef der Staatskanzlei, Florian Stegmann, laut Mitteilung. Schnelltests seien Teil der Öffnungsstrategie. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte: «Ich hoffe, dass noch weitere Angebote aus der Wirtschaft dazu kommen werden.»

Die Karlsruher hatten schon angekündigt, voraussichtlich ab Dienstag bundesweit Schnelltests zur Eigenanwendung in den Filialen zu verkaufen. Mit Blick auf die verfügbare Menge sollte die Abgabe pro Person zunächst limitiert werden. Auch Konkurrent Müller aus Ulm will ab der kommenden Woche nasale Corona-Schnelltests anbieten.

(dpa/lsw)

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