Letztes Update:
20210326131138

Kreise überrascht von Merkels Appell an Landräte

10:19
26.03.2021
Nach dem Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Kommunen zu mehr Selbstinitiative bei den Corona-Konzepten geht der baden-württembergische Landkreis mit der Regierungschefin streng ins Gericht. «Es ist bedauerlich, dass die Bundeskanzlerin den Eindruck erweckt hat, als ob testbasierte Öffnungen etwa des Einzelhandels oder der Außengastronomie in der Entscheidungskompetenz der Landrätinnen und Landräte liegen würden», sagte der Präsident des Dachverbands, der Tübinger Landrat Joachim Walter (CDU) am Freitag. «Denn dies entspricht nicht der Rechtslage.» In Baden-Württemberg habe das Land bislang einen einzigen Modellversuch genehmigt. Andere Überlegungen von Landkreisen, auf Kreisebene alternative Wege zu beschreiten, seien zurückgewiesen worden.

Merkel hatte am Donnerstag gesagt, es sei «keinem Oberbürgermeister und keinem Landrat verwehrt, das zu tun, was in Tübingen und Rostock getan wird». In Tübingen läuft das derzeit einzige baden-württembergische Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. Menschen können sich kostenlos testen lassen, mit der Bescheinigung des Ergebnisses kann man dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen.

Die Strategie zur Pandemiebewältigung müsse auch weiterhin von Bund und Land definiert werden, sagte Walter. «Denn Krise braucht Führung.» Den Kommunen sollten keine Vorhaltungen gemacht und Versäumnisse vorgeworfen werden.

(dpa)

Hausärzte in Thüringen können ab Dienstag Corona-Impfstoff ordern

10:15
26.03.2021
Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom kommenden Dienstag (30. März) an Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin der KV am Freitag mit. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern können.

Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach Ostern - am 6. oder 7. April - in den Praxen eintreffen. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge erhalten.

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die Impfrangfolge (Priorisierung) einzuhalten sei. Nach der Belieferung haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen. Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft überlastete Vergabehotline oder das Thüringer Online-Terminportal wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Laut KV haben zunächst rund 800 der rund 1500 Hausärzte in Thüringen Interesse an der Corona-Impfung in ihren Praxen bekundet. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Sie sei sich sicher, «dass die Hausärzte den begonnenen Weg, die Risikogruppen zuerst zu impfen, sehr verantwortungsbewusst fortsetzen werden», erklärte sie am Freitag.

Anders als Pflegeheimbewohner waren etwa zu Hause lebende Pflegebedürftige bislang auf die Impfstellen angewiesen, was vor allem für körperlich beeinträchtigte Menschen oft problematisch oder unmöglich war. In Thüringen hatten bis Freitag 11,3 Prozent der Menschen zumindest die Erstimpfung erhalten, den kompletten Schutz aus Erst- und Zweitimpfung hatten 5,2 Prozent der Menschen.

(dpa)

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