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Linder fordert «Neustart» in Pandemie-Bekämpfung

10:31
25.03.2021
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat für einen neuen Kurs in der Bekämpfung der Corona-Pandemie geworben. Die Krisenpolitik der Bundesregierung dürfe sich nicht von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernen, sagte Lindner am Donnerstag im Bundestag. Auch an den Entscheidungsverfahren müsse sich grundlegend etwas ändern. «Showdown-Situationen, nächtliche Sitzungen und spontane Entscheidungen» seien nicht zielführend.

Stattdessen müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor jeder Entscheidung zu Corona-Maßnahmen eine Regierungserklärung abgeben und eine parlamentarische Debatte ermöglichen, verlangte Lindner. Als richtig bezeichnete er die Entscheidung, die beschlossene Osterruhe wieder zurückzunehmen. Die Kanzlerin habe «die Kraft und die Größe gehabt, eine Entscheidung zu revidieren».

Nun sei ein «Neustart in der Pandemiepolitik» angebracht, um die Akzeptanz für die Maßnahmen nicht zu verspielen. «Freiheitseingriffe sollte es nur dort geben, wo sie wirklich notwendig sind.» Bei allen gesundheitlichen Risiken sei es wichtig, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie stärker zu berücksichtigen, sagte der FDP-Chef.

Gleichzeitig müsse die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung im Vordergrund stehen. Statt pauschale Reiseverbote zu erwägen, müsse der Fokus auf Tests und Impfungen liegen. Wichtig sei auch, Haus- und Fachärzte bei Impfungen schneller einzubeziehen.

(dpa)

Philologen fordern wegen Corona-Lerndefiziten vier Wochenstunden mehr

10:28
25.03.2021
Der Philologenverband fordert zur Aufarbeitung der Corona-bedingten Lernlücken vier zusätzliche Wochenstunden in allen weiterführenden Schulen über drei Jahre hinweg. «Die geplanten Lernbrücken in den Ferien reichen nicht, um die Defizite auszugleichen», sagte Ralf Scholl, Chef des baden-württembergischen Verbands der Gymnasiallehrer, am Donnerstag der dpa in Stuttgart. Für Schülerinnen und Schüler in Haupt- und Realschulen würde das wohl einen Nachmittag in der Woche mehr bedeuten.

Für die Gymnasien wäre der «eleganteste Weg», vom kommenden Schuljahr von G8 wieder auf G9 umzustellen, sagte Scholl. So würde man ein «Corona-Aufholjahr» gewinnen. «In G8 sind zusätzliche Stunden zum Ausgleich der Lerndefizite zeitlich nicht unterzubringen.» Er verwies auf eine Online-Petition vom «Bündnis G9 jetzt», die innerhalb von zwei Wochen über 12 500 Menschen unterstützt hätten. Für eine solche Umstellung wären nach Scholls Berechnung etwa 1000 zusätzliche Deputate für Lehrerinnen und Lehrer notwendig.

Der Verbandschef forderte die Grünen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie die anderen Parteien auf, diese Forderung bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen. «Die Politik muss diesen berechtigten Wunsch vieler Schüler, Eltern und Lehrkräfte
am Gymnasium endlich ernst nehmen und umsetzen. Schon vor Corona seien die Schwächen des achtjährigen Gymnasiums offensichtlich gewesen. «Stichworte sind hier die enorme Belastung vieler Schüler sowie die teilweise mangelhafte Studienreife von Abiturienten.»

Die große Mehrheit der über 370 Gymnasien im Land führen ihre Schülerinnen und Schüler in acht Jahren zum Abitur. Es gibt aber 43 Modellschulen im Land, die auch das G9 anbieten.

(dpa)

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