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Prognose: Arbeitsmarkt hat das ganze Jahr an Corona zu knabbern

08:19
25.03.2021
Der deutsche Arbeitsmarkt hat einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge noch das ganze Jahr 2021 an den Folgen der Corona-Krise zu knabbern. Die durch den wirtschaftlichen Schock des Lockdowns ausgelösten Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt würden auch bis Ende des Jahres noch nicht vollständig wieder aufgeholt, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Jahresprognose des IAB.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird demnach im Jahresdurchschnitt 2021 um 110 000 Menschen zurückgehen. «Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt sich im zweiten Lockdown sehr robust und verbessert sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung», erklärten die Forscherinnen und Forscher. Allerdings hatte sich im Corona-Jahr 2020 ein Plus von knapp 500 000 Arbeitslosen aufgebaut.

Das IAB legt der Vorhersage ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent in diesem Jahr zugrunde. Die Zahl der Kurzarbeitenden wird im Jahresdurchschnitt auf 1,6 Millionen geschätzt.

Auf die einzelnen Branchen bezogen erwarten die Forscher für 2021 einen Rückgang um durchschnittlich 30 000 Stellen im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Aber auch in der Industrie fielen 90 000 Beschäftigte weg.

Trotz des Stellenabbaus im zweiten Quartal 2020 habe sich das Baugewerbe danach recht zügig erholt, die Beschäftigung nahm wieder zu. Daher gehen die Forscherinnen und Forscher für 2021 von einer moderat steigenden Beschäftigung in Höhe von etwa 30 000 Personen aus. Beschäftigungszuwächse verzeichnen insbesondere auch die öffentlichen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 190 000 Personen, sowie der Bereich Information und Kommunikation mit 40 000 zusätzlichen Beschäftigten.

Am härtesten von der Krise getroffen sind Minijobber und Selbstständige. Für 2021 erwartet das IAB im Schnitt einen Rückgang um 150 000 auf 3,8 Millionen Selbstständige. Dies wäre der tiefste Stand seit Mitte der 1990er Jahre. Bei Menschen, die ausschließlich in einem Minijob beschäftigt sind, rechnen die Forscher mit einem Rückgang um 200 000 auf 4,6 Millionen Personen.

(dpa)

Saarland beendet Lockdown nach Ostern

08:19
25.03.2021
Das Saarland steigt nach Ostern aus dem Corona-Lockdown aus. Vom 6. April an - dem Dienstag nach den Feiertagen - sollen Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag. Die lang anhaltenden Einschränkungen stießen bei den Menschen immer mehr an ihre Grenzen. Daher: «Ab dem 6. April wird wieder mehr privates, wieder mehr öffentliches Leben möglich sein.» Weitere Öffnungsschritte könne es nach dem 18. April geben: in der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen.

Auch bei den wegen der Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen werde gelockert, kündigte der saarländische Regierungschef an. Bei privaten Treffen im Freien sollten bereits im ersten Schritt bis zu zehn Personen erlaubt sein. Auch Kontaktsport im Außenbereich sei dann wieder möglich: «Immer in Kombinationen mit Testungen», betonte Hans.

Für diesen Ausstiegsplan starte das Saarland ein Modellprojekt, sagte der CDU-Politiker. Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass in Ländern und einzelnen Regionen zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein sollen - «mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen».

Das Saarland habe für ein solches Modellprojekt beste Voraussetzungen, sagte Hans. Zum einen sei die Sieben-Tage-Inzidenz im kleinsten deutschen Flächenland mit derzeit um die 70 eine der niedrigsten bundesweit. Zum zweiten verfüge das Saarland bereits über eine gute Infrastruktur für Tests. Es gebe 41 Testzentren im Land, zudem böten mehr als 300 Ärzte und Apotheken kostenfreie Antigen-Schnelltests an. Das Saarland habe frühzeitig 2,5 Millionen Schnelltests bestellt.

Schließlich sei die Impfquote im Saarland mit knapp einer Million Einwohnern hoch. Bislang seien rund 150 000 Impfungen gegen das Corona-Virus vorgenommen worden, davon um die 110 000 Erstimpfungen. Mit einer Quote von 11,4 Prozent bei den Erstimpfungen liege das Land an der Spitze der Bundesländer, zwei Prozentpunkte über dem Bundesschnitt, sagte Hans.

Es gebe viele Bundesländer, die angekündigt hätten, solche Modellregionen jetzt ausweisen zu wollen. «Wir sind aber das einzige Bundesland, dass das als Ganzes tut. Deswegen nennen wir unser Projekt auch das Saarland-Modell», sagte Hans.

(dpa)

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