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Prognose: Arbeitsmarkt hat das ganze Jahr an Corona zu knabbern

08:18
25.03.2021
Der deutsche Arbeitsmarkt hat einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge noch das ganze Jahr 2021 an den Folgen der Corona-Krise zu knabbern. Die durch den wirtschaftlichen Schock des Lockdowns ausgelösten Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt würden auch bis Ende des Jahres noch nicht vollständig wieder aufgeholt, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Jahresprognose des IAB.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird demnach im Jahresdurchschnitt 2021 um 110 000 Menschen zurückgehen. «Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt sich im zweiten Lockdown sehr robust und verbessert sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung», erklärten die Forscherinnen und Forscher. Allerdings hatte sich im Corona-Jahr 2020 ein Plus von knapp 500 000 Arbeitslosen aufgebaut.

Das IAB legt der Vorhersage ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent in diesem Jahr zugrunde. Die Zahl der Kurzarbeitenden wird im Jahresdurchschnitt auf 1,6 Millionen geschätzt.

Auf die einzelnen Branchen bezogen erwarten die Forscher für 2021 einen Rückgang um durchschnittlich 30 000 Stellen im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Aber auch in der Industrie fielen 90 000 Beschäftigte weg.

Trotz des Stellenabbaus im zweiten Quartal 2020 habe sich das Baugewerbe danach recht zügig erholt, die Beschäftigung nahm wieder zu. Daher gehen die Forscherinnen und Forscher für 2021 von einer moderat steigenden Beschäftigung in Höhe von etwa 30 000 Personen aus. Beschäftigungszuwächse verzeichnen insbesondere auch die öffentlichen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 190 000 Personen, sowie der Bereich Information und Kommunikation mit 40 000 zusätzlichen Beschäftigten.

Am härtesten von der Krise getroffen sind Minijobber und Selbstständige. Für 2021 erwartet das IAB im Schnitt einen Rückgang um 150 000 auf 3,8 Millionen Selbstständige. Dies wäre der tiefste Stand seit Mitte der 1990er Jahre. Bei Menschen, die ausschließlich in einem Minijob beschäftigt sind, rechnen die Forscher mit einem Rückgang um 200 000 auf 4,6 Millionen Personen.

(dpa)

Söder für Änderungen bei Bund-Länder-Runden

08:17
25.03.2021
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für Änderungen am Format der Bund-Länder-Runden in der Corona-Pandemie ausgesprochen. «Ich bin erstens ein Verfechter, dass man früher anfängt - nicht immer erst sich um 14.00 Uhr oder 15.00 Uhr zu treffen», sagte der CSU-Chef am Donnerstag im Radiosender Bayern2. «Dann bin ich der festen Überzeugung, dass man manchmal auch abbrechen kann, noch mal eine Nacht drüber schlafen kann, um das am nächsten Tag anzugehen.» Auch komplett öffentliche Runden brachte Söder ins Spiel. «Es wird ja ohnehin nur immer durchgestochen und für Verwirrung gesorgt».

Im ZDF-«Morgenmagazin» sagte der bayerische Regierungschef: «Da stellt sich dann auch die Kernfrage auf Dauer: dass wir das MPK-Format überdenken müssen. Ich bin dafür, es schneller, effektiver zu machen, besser vorzubereiten, und vor allen Dingen auch nicht diese endlosen Nachtsitzungen zu machen.» Angesichts der steigenden Infektionszahlen sagte Söder: «Wir empfehlen noch einmal, bei der Notbremse eine wirklich deutliche Verschärfung in den Ländern zu machen, einen Automatismus einzuführen.» Es gebe einige Länder, in denen das eine Einzelfallentscheidung sei. «Der zweite Punkt ist, dass wir in den nächsten zwei Wochen nicht öffnen.»

(dpa)

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