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Land will Kreise weiter über Schließungen entscheiden lassen

08:08
24.03.2021
Das Land will es weiter Stadt- und Landkreisen überlassen, je nach Corona-Infektionszahlen über Lockerungen und Schließungen etwa von Geschäften zu entscheiden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart aus Kreisen der grün-schwarzen Koalition. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte erwogen, die Regeln wieder landesweit durchzusetzen, dies aber wieder verworfen. Der Grünen-Politiker will am Mittwochvormittag im Landtag erläutern, wie das Land die schärfere Corona-Notbremse und den fünftägigen Oster-Lockdown umsetzen wird.

Wegen der steigenden Zahl von Infektionen im Südwesten sind derzeit kaum noch Öffnungen möglich. So liegt nach Zahlen des Landesgesundheitsamts kein Kreis mehr unter dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche. Das heißt zum Beispiel, dass der Einzelhandel schließen muss. Bei einer Inzidenz bis 100 kann es noch Shopping mit Terminvereinbarung geben. Über 100 ist auch dies nicht mehr möglich. Derzeit liegen im Südwesten noch 27 Kreise zwischen 50 und 100, 17 sind über der Inzidenz von 100.

(dpa/lsw)

RKI registriert 15 813 Corona-Neuinfektionen und 248 neue Todesfälle

06:05
24.03.2021
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 15 813 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 248 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13 435 Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 108,1 - und damit exakt auf dem Niveau wie am Vortag.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 690 523 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 445 300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75 212.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag 1,12). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(dpa)

Experte: Corona bleibt uns erhalten

05:11
24.03.2021
Das Coronavirus wird die Menschen nach Einschätzung eines Experten so schnell nicht verlassen. «Es wird der Menschheit erhalten bleiben. Aber ich habe die Hoffnung, dass wir durch breites Impfen die Situation so kontrollieren können wie bei der Influenza», sagte Thomas Schulz, Leiter des Instituts für Virologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er ist Präsident der 30. Tagung der Gesellschaft für Virologie (GFV), die an diesem Mittwoch online beginnt. GfV-Präsident ist der Heidelberger Professor Ralf Bartenschlager.

Vor Sars-CoV-2 hat es laut Schulz bereits vier Corona-Erkältungsviren gegeben, die in der Regel nicht zum Tode führen konnten. Derzeit existierten zwar Hunderte von Varianten, davon seien aber nur fünf bis zehn problematisch, darunter die neue kalifornische und die New Yorker Version. Wie bei den Grippeimpfungen müsse der Impfstoff gegen Corona wahrscheinlich immer wieder angepasst werden.

Die vorhandenen Impfstoffe böten einen Restschutz für die britische, südafrikanische und brasilianische Variante; dabei sei Biontech breiter aufgestellt als Astrazeneca. Letzteres werde aber immerhin noch schwere Verläufe verhindern.

Den von Bund und Ländern vereinbarten Lockdown findet der Virologe nicht besonders hart. «In Großbritannien ist bereits die Hälfte der Bevölkerung geimpft, aber die Bewegungsradius der Menschen ist deutlich stärker eingeschränkt als bei uns mit um die zehn Prozent Geimpften.» Auch verglichen mit der strengen Ausgangssperre in Paris seien die Maßnahmen harmlos. Deutschland müsse noch zwei bis drei Monate durchhalten bis dann die Impfung so breit eingesetzt worden sei, dass man langsam lockern könne. «Wir haben keine Luft für Experimente», sagte er.

Dass die steigenden Infektionszahlen der zunehmenden Testung geschuldet seien, sei ein Trugschluss, sagte Schulz. Der Anteil von positiven Ergebnissen auf 1000 Getestete sei derzeit mit 60 bis 70 deutlich höher als im Herbst vergangenen Jahres mit 10 bis 20.

(dpa/lsw)

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