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Kretschmann dringt auf schärferes Vorgehen gegen Mallorca-Reisen

12:51
23.03.2021
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hätte sich von der Bund-Länder-Schalte ein härteres Vorgehen zur Vermeidung von Mallorca-Reisen gewünscht. Man sei «außerordentlich unglücklich und besorgt» über die Entwicklung bei dem Thema, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. «Damit bin ich total unzufrieden.» Kretschmann kritisierte in dem Zusammenhang den Bund. «Ich hätte mir auch, ich sag's jetzt mal, die Kreativität der Bundesregierung gewünscht, dass wir das verhindert bekommen.»

Die Bundesregierung hatte die Lieblingsinsel der Deutschen vor einer guten Woche von der Liste der Risikogebiete gestrichen und die Reisewarnung wegen stark gesunkener Infektionszahlen aufgehoben. Damit entfiel auch die Testpflicht und die Quarantäne für Rückkehrer. Das hat zu einem Buchungsboom geführt, aber auch zu hitzigen Diskussionen, ob man damit einen neuen Infektionsherd riskiert. Nach den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz sollen nun aber auch Rückkehrer aus Nichtrisikoländern getestet werden.

Es könne nicht im Sinn der Pandemie sein, dass Leute massenhaft in Urlaub flögen, sagte Kretschmann. Die Mallorca-Reisen seien eins der Hauptstreitthemen der Konferenz gewesen. Man hoffe nun wenigstens auf die Umsetzung der Testpflicht. Die Bundesregierung müsse nun mit den Fluglinien, die massiv unterstützt worden seien, reden.

Die Möglichkeit bei Mallorca-Reisen bringe die Politik in schwere Argumentationsprobleme, sagte Kretschmann. «Wie soll ich jemanden erklären, dass er nach Mallorca fliegen darf aber nicht in das Ferienhaus an der Ostsee?» Selbst die Spanier dürften nicht nach Mallorca. «Das kann man einfach letztlich nicht verstehen.» Er begründete die Lage mit den geltenden Rechtsnormen, die in Gebieten mit niedrigen Inzidenzen keine Restriktionen erlauben würden.

(dpa)

Dehoga fordert erneut finanzielle Hilfen für Gastro-Branche

12:50
23.03.2021
Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern hat der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga erneut finanzielle Hilfen für die betroffenen Gastronomen gefordert. «Spätestens am 12. April muss die Politik liefern», teilte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Dienstag mit. «Insbesondere erwarten wir, dass dann auch für das Gastgewerbe ein konkreter Fahrplan für die Wiedereröffnung vorgelegt wird.» Ergänzende Hilfsinstrumente, die in dem Beschluss erwähnt würden, müssten noch vor Ostern in konkrete Hilfszusagen münden. Die dritte Auflage der Überbrückungshilfe sei in der «jetzigen Form» nicht ausreichend. «Die durch die staatlichen Versäumnisse entstandenen Schäden müssen schnell und umfassend erstattet werden.»

Bund und Länder hatten sich unter anderem auf eine Verlängerung der derzeitigen Beschränkungen bis zum 18. April geeinigt. Am 12. April will die Runde erneut zusammenkommen, um über die nächsten Schritte zu beraten. Bereits seit November sind Kneipen geschlossen, und Restaurants dürfen nur noch Speisen zum Mitnehmen verkaufen. 

(dpa)

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