Die Grünen im Bundestag machen der schwarz-roten Bundesregierung schwere Vorwürfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. «Es ist zu spät, es ist zu langsam, es ist zu zögerlich gehandelt worden», kritisierte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Dienstag nach den stundenlangen Beratungen von Bund und Ländern. Die Bundesregierung habe das Land nach einem Jahr mit der Pandemie «in die Sackgasse geführt». Jetzt gebe es keine andere Möglichkeit mehr als einen Lockdown ohne eine klare Zusage, wie man aus der Situation wieder herauskomme. «Ich habe dafür inzwischen null Verständnis», betonte Göring-Eckardt.
Sie kritisierte vor allem, die Bundesregierung habe zu früh über Lockerungen, aber viel zu spät über Schutz gesprochen. Freiheit gebe es in der Pandemie nur durch Impfen und viele Tests. Der Verantwortung dafür werde die Bundesregierung aber nicht gerecht. Nötig seien 100 Millionen Corona-Tests im Monat, damit wenigstens Schulen und Kitas zweimal in der Woche testen könnten. Außerdem müssten die Arbeitgeber verpflichtet werden, Beschäftigte zu testen, die nicht von zu Hause arbeiten könnten.
Viele Menschen seien derzeit erschöpft von der Pandemie, sagte Göring-Eckardt. «Aber sie sind auch mindestens so erschöpft von dem Hin und Her, von dem schlechten Regieren durch die Bundesregierung.»