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Handel erwartet großen Kundenandrang am Karsamstag

11:47
23.03.2021
In Supermärkten und Discountern müssen sich Kunden und Betreiber am Mittwoch und Samstag vor Ostern auf größeren Andrang einstellen. Grund ist die von Bund und Ländern geplante Schließung des Einzelhandels am Gründonnerstag. Sie ist Teil der Beschlüsse für zusätzliche Ruhetage um Ostern, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu bremsen.

«Die Kunden können sich darauf verlassen, dass die Warenversorgung gesichert ist und am Ostersamstag ein sicherer Einkauf unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich sein wird», teilte die Rewe-Gruppe am Dienstag mit. Wo immer möglich, sollten die Kunden aber schon die Tage vor Gründonnerstag zum Einkaufen nutzen. Abholservices und Lieferdienste böten Alternativen zum Einkauf im Markt.

Der Handelsverband Deutschland nannte die Schließung am Gründonnerstag kontraproduktiv. Die Branchenvertretung kritisiert auch die Verlängerung der Corona-Beschränkungen bis Mitte April. «Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus», sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Sie konzentrierten sich auf Infektionszahlen, nicht aber auf die tatsächliche Infektionsgefahr beim Einkaufen. Diese sei gering.

Grund für Schließungen im Handel ist allerdings nicht nur die Infektionsgefahr in einzelnen Geschäften. Die Bundesregierung verweist auch auf die Folgen für die generelle Mobilität, wenn mehr Menschen in Bussen, Bahnen und Fußgängerzonen unterwegs sind. Von Gründonnerstag bis Ostermontag sind die Menschen aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Ansammlungen sind verboten.

Der Handel fordert dagegen, alle Geschäfte wieder zu öffnen und dabei Hygienekonzepte strikt einzuhalten. Im Nicht-Lebensmittelhandel hinterlasse der seit drei Monaten andauerende Lockdown tiefe Spuren. Gut jeder zweite Händler von Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sehe sich in Insolvenzgefahr. «Nach einem Jahr mit Corona ist die Lage bei vielen Händlern verzweifelt, vielerorts gibt es keine Hoffnung mehr, diese Krise wirtschaftlich überstehen zu können

(dpa)

Kritik an Corona-Beschlüssen - Deutschlandtourismus ohne Perspektive

11:47
23.03.2021
Der Deutsche Tourismusverband hat die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz scharf kritisiert. «Erneut lassen Bund und Länder den Deutschlandtourismus ohne jegliche Perspektive im Regen stehen», sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz am Dienstag laut Mitteilung. Mehrfach sei der Branche mit fast 3 Millionen Beschäftigten eine Strategie versprochen worden, wann und unter welchen Bedingungen sicheres Reisen wieder möglich ist. «Davon ist weit und breit nichts erkennbar. Kein Plan, keine Strategie, nicht einmal ein kleines Signal für sicheres Reisen im eigenen Bundesland.» Viele Betriebe stünden nun endgültig mit dem Rücken zur Wand.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Dirk Dunkelberg, sagte SWR Aktuell: «Es machen sich Wut und Verzweiflung bei den Akteuren und Leistungsträgern im Tourismus breit.» Er kritisierte, dass die Bund-Länder-Runde Möglichkeiten wie den kontaktarmen Urlaub in Ferienwohnungen und Wohnmobilen völlig außer Acht gelassen habe. Dunkelberg äußerte Unverständnis, dass Reisen ans Mittelmeer möglich seien, die Vermietung von Ferienwohnungen beispielsweise im Schwarzwald aber verboten bleibe. «Das kann man eigentlich nicht mehr wirklich ernsthaft begründen.»

Ferienhausbranche und Campingwirtschaft beklagten, dass auch in diesem Jahr das Ostergschäft ausfalle. «Man gibt uns nicht einmal eine Erklärung, warum Ferienhausurlaub im eigenen Land als kontaktarme Urlaubsform weiterhin verboten bleibt, man sich aber in den Flieger setzen kann, um ins Ausland zu reisen», kritisierte der Deutsche Ferienhausverband. Ähnlich äußerte sich der Bundesverband der Campingwirtschaft: «Mit der Verlängerung des Verbots touristischer Übernachtungsangebote platzt der Startschuss der Campingsaison zum Osterwochenende - und das für eine der sichersten Urlaubsformen überhaupt, während Auslandsreisen möglich sind.»

(dpa)

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