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Corona-Krise belastet Jugendliche - Raum für Treffen fehlt

10:26
23.03.2021
Von Einsamkeit und Zukunftsängsten berichten Jugendliche Forschern in der Corona-Krise. Besonders treffe dies auf junge Menschen zu, denen im Lockdown Orte und Räume fehlten, um «abzuhängen» und sich auszutauschen, teilte die Frankfurter Goethe-Universität mit. «Für das psychosoziale Wohlbefinden sind offene Räume sogar wichtiger als das Ausüben von Hobbys wie Sport, Musik, Jugendarbeit oder gesellschaftliches Engagement etwa in Umweltverbänden», erklärten die Forscher. Sie haben mit Kollegen der Universität Hildesheim mehr als 7000 junge Menschen im November vergangenen Jahres online befragt.

Ein weiteres Ergebnis sei, dass sich finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise in stärkerer emotionaler und psychischer Belastung ausdrückten. Die Betroffenen litten besonders oft unter Zukunftsängsten. Dieser Befund solle besonders ernst genommen werden, erklärte die Frankfurter Familienforscherin Johanna Wilmes: «In der jungen Generation manifestieren sich diese erlebten Ungleichheiten besonders nachhaltig. Wir wissen, dass Armutserfahrungen maßgeblich Bildungs- und Lernerfolge prägen.»

Die Ergebnisse dieser und einer vorangegangenen Befragung wurden zudem in Online-Workshops mit Jugendlichen diskutiert. Dabei kam die Forderung nach mehr Mitspracherecht und Verständnis für die Situation Jugendlicher in der Pandemie auf, wie die Universität berichtete. Die Jugendlichen schlugen vor, dass die Belastungen durch Corona in den Schulen thematisiert werden. Sie forderten zudem, in den Medien sollten Jugendliche nicht ausschließlich als Regelbrecher dargestellt werden.

Aber auch positive Effekte der Pandemie seien festgestellt worden: weniger Stress, mehr freie Zeiteinteilung und Selbstorganisation, Wertschätzung von sozialen Beziehungen, mehr Digitalisierung und ein umweltfreundlicheres Leben - all dies nannten die jungen Leute den Angaben zufolge unter der Überschrift «Ein paar Dinge, die man behalten kann.»

(dpa)

Grünen-Experte: Corona-Maßnahmen weiter «zu wenig und zu spät»

10:04
23.03.2021
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die von Bund und Ländern beschlossenen zusätzlichen Corona-Maßnahmen kritisiert. «Weiterhin regiert das Prinzip «zu wenig und zu spät»», sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Die dritte Welle müsste jetzt gebrochen werden, stattdessen kommt der Shutdown erst zu Ostern.» Für Selbsttests in Schulen fehle ein klarer Startpunkt, Tests und Masken am Arbeitsplatz seien weiterhin nicht verpflichtend. «In der Zeit von heute bis Ostern werden sich viele weitere Menschen anstecken.»

Insgesamt sei der Shutdown nötig, aber gleichzeitig von der Bundesregierung hausgemacht. «Der Fehler war, dass in die dritte Welle hinein geöffnet wurde, ohne die Bevölkerung parallel wirkungsvoll zu schützen», sagte Dahmen. «Flächendeckende Schnelltests, beschleunigtes Impfen und konsequente, digitale Kontaktnachverfolgung sind dringend geboten, um endlich smartere Methoden als den Shutdown nutzen zu können.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten in der Nacht zu Dienstag unter anderem einen verschärften Oster-Lockdown beschlossen. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) soll deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden. Ziel ist, die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Am Karsamstag (3. April) soll aber der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben können. Zudem wurde der allgemeine Lockdown bis Mitte April verlängert.

(dpa)

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