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Tübingen will Modellprojekt trotz Fehlern bei Schnelltests fortsetzen

16:56
22.03.2021
Trotz der jüngsten Unregelmäßigkeiten bei der Abnahme von Corona-Schnelltests gibt die Stadt Tübingen grünes Licht für eine Fortsetzung seines bundesweit vielbeachteten Modellprojekts. Es gelte noch viele Probleme zu lösen, heißt es nach Angaben der Stadt in einem Zwischenbericht von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), der Pandemiebeauftragten Lisa Federle und dem Infektiologen Peter Kremsner an das Sozialministerium. Das Zwischenfazit des Projekts «Öffnen mit Sicherheit» sei dennoch positiv und es werde empfohlen, das Test-Modell weiterzuführen. Die Projektphase soll bis zum 4. April gehen.

Im Laufe der vergangenen Woche seien an den Teststationen des Deutschen Roten Kreuzes und privater Partner 29 473 Tests durchgeführt worden, 75 davon waren positiv - allerdings nur zunächst. Denn es habe sich gezeigt, dass einige Stationen im Freien eine relativ hohe Zahl an Menschen in die Quarantäne geschickt hätten, obwohl sie möglicherweise gar nicht positiv waren, teilte die Stadt mit. Die niedrigen Außentemperaturen hätten einen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Tests. Bislang hätten sich rund 40 positive Schnelltests als falsch erwiesen. Die Stadt geht von insgesamt knapp 30 Infektionsfällen aus, die sich im PCR-Test schließlich auch bestätigen werden.

Unter 1000 getesteten Menschen werde damit ein Infizierter entdeckt, sagte Federle. «Es zeigt sich wieder, dass man mit präventiven Tests
die Menschen findet, die andere anstecken, ohne es selbst zu wissen.» Die Ausbreitung des Virus werde durch das Modellprojekt erheblich gebremst.

In Tübingen gilt seit etwa einer Woche ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An mehreren Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden oder zum Friseur. Aber auch Außengastronomie und Kultureinrichtungen dürfen Gäste mit Zertifikat empfangen und bedienen. 

(dpa/lsw)

Bundesregierung: Ausreichend Corona-Tests in Deutschland

16:55
22.03.2021
Den Bundesländern stehen nach Angaben der Bundesregierung ausreichend Corona-Tests für die kommenden Wochen zur Verfügung. So vermittelte die Taskforce Testlogistik den Ländern abrufbare Kontingente von über 130 Millionen Selbsttests für März und April, wie eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums zeigt. 70,5 Millionen dieser Tests können demnach beim Hersteller Roche bestellt werden, 62 Millionen bei Siemens. Mit mehreren Anbietern schloss das Ministerium zudem weitere Vereinbarungen über Selbsttests für Bestellungen zu einheitlichen Konditionen ab, wie es weiter hieß.

Zudem gibt es den Angaben zufolge genügend Schnelltests zur Anwendung durch geschultes Personal - aus einem bereits vergangenes Jahr für 2021 gesicherten Kontingent von 550 Millionen und weiteren Kontingenten von knapp 100 Millionen Stück. 150 Millionen dieser Schnelltests seien im März bestellbar. Über eine Vereinbarung der EU könnten die Länder weitere 240 Millionen ordern. Laut jüngstem Bund-Länder-Beschluss soll jeder Mensch in Deutschland mindestens einen kostenlosen Schnelltests Woche durchführen lassen können.

Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wurde von der Corona-Spitzenrunde von Bund und Ländern am 3. März eingesetzt. Sie habe entscheidend dazu beigetragen, dass sich alle Länder ausreichend versorgen und danach die Tests selbstständig bestellen können, hieß es in Spahns Ressort. Nach Feststellung von Bund und Länder in der Taskforce hat diese ihre Aufgaben zunächst erfüllt und tritt bei Bedarf wieder zusammen.

Die Tests sollen weiter eine entscheidende Rolle spielen. So stand bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Abend laut einer Beschlussvorlage die Schließung beziehungsweise keine Öffnung von Schulen und Kitas zur Debatte, wenn kein zweimaliger Coronatest pro Woche für alle Erziehungs- und Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche sichergestellt ist.

Diskutiert wird laut Vorlage auch eine Testpflicht für Auslandsreisende. Geplant ist laut Entwurf von Mittwochnachmittag auch die Öffnung von Bereichen des öffentlichen Lebens in ausgewählten Regionen bei lückenlosen negativen Testergebnissen. 

(dpa)

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