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Weil vor Beratung: Corona-Müdigkeit berücksichtigen

08:42
22.03.2021
Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor zu strengen Corona-Regeln gewarnt. «Viele Menschen sind wirklich auch bei gutem Willen inzwischen Corona-müde. Und das müssen wir in unseren Beschlüssen auch immer mit im Hinterkopf haben», sagte Weil am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Angesprochen auf die Debatte um den Osterurlaub sagte er: «Wenn wir uns beschränken auf Urlaubsformen, die rein auf Selbstversorgung beruhen und die nur in der Nähe stattfinden (...), dann haben wir das Risiko entscheidend reduziert.»

Ähnlich wie schon einige andere Ministerpräsidenten befürwortet Weil das Konzept eines «kontaktarmen Urlaubs» im eigenen Bundesland. So soll der Urlaub in Ferienwohnungen oder -häusern, Appartements oder Wohnmobilen möglich sein, sofern diese über eigene sanitäre Anlagen verfügen und Urlauber sich dort auch mit Essen versorgen können. «Wir setzen rein darauf, dass man sich selbst versorgt, dass keine Gemeinschaftsunterkünfte geöffnet sind», erklärte der SPD-Politiker.

Dass Reisen nach Mallorca wegen der dort gesunkenen Infektionszahlen seit Mitte März wieder möglich sind, ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr, kritisierte Weil. «Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist», sagte der Regierungschef des Tui-Stammlands. «Ich glaube, wir müssen heute auch darüber reden, ob diese Entscheidung eigentlich so in Stein gehauen ist oder nicht.»

Kurzurlaub in Deutschland ist nach den geltenden Corona-Regelungen nicht möglich. Die Bundesregierung rät generell von touristischen Reisen im Inland oder ins Ausland ab.

(dpa)

Tourismusbranche stemmt sich gegen mögliche neue Quarantänepflicht

08:14
22.03.2021
Die deutsche Tourismus- und Luftverkehrsbranche stemmt sich gegen eine neue mögliche Quarantänepflicht für Reiserückkehrer selbst aus Nicht-Risikogebieten. Ein solcher Beschluss wäre unverhältnismäßig, nicht zielführend und würde zudem die Gesundheitsbehörden überfordern, da sie die Einhaltung der Quarantäne überwachen müssten, kritisierten der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in einem offenen Brief.

In einem Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde an diesem Montag ist von einer Quarantäne- und Testpflicht für alle Reisende aus dem Ausland die Rede - unabhängig von dortigen Inzidenzen. Der Punkt ist aber in eckigen Klammern formuliert und steht unter einem «Prüfvorbehalt».

Der angedachte Beschluss ziele offenbar darauf, unter anderem Osterreisen nach Mallorca zu verhindern, meinen der DRV und BDL. Die Inzidenz auf der Balearen-Insel liege aber derzeit bei unter 20, zusätzlich gälten dort strenge Vorschriften. «Bei der Rückreise nach Deutschland besteht insofern auch kein erhöhtes sondern ein sogar stark vermindertes Eintragungsrisiko», schreiben DRV-Präsident Norbert Fiebig und BDL-Präsident Peter Gerber.

Die Bundesregierung habe ein System errichtet, das bei stabilen Inzidenzen unter 50 keine Reisebeschränkungen vorsehe und eine Quarantäne erst bei Inzidenzen darüber. Eine weitere Verschärfung würde die Frage aufwerfen, warum bei Bewegungen in Deutschland bei sehr viel höheren Inzidenzen keine Quarantänepflicht verlangt werde.

Marek Andryszak, Geschäftsführer von Tui Deutschland, hält Befürchtungen wegen möglicher Gefahren von Mallorca-Flugreisen ebenfalls für übertrieben. «Mallorca ist nachgefragt, aber nicht überlaufen. Von den 1000 Hotels, die im Hochsommer geöffnet sind, werden nicht mal 10 Prozent zu Ostern zur Verfügung stehen», sagte Andryszak der «Bild» (Montag). Keiner wolle riskieren, dass die Strände und Hotels wieder geschlossen werden müssen, daher auch der PCR-Test zur Einreise nach Spanien.

(dpa)

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