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20210321125558

Lauterbach fordert harten Lockdown für drei bis vier Wochen

11:36
21.03.2021
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen eine Rücknahme der jüngsten Lockerungsschritte und schärfere Maßnahmen, als sie bis Anfang März gegolten hatten. «Wir brauchen eigentlich einen härteren Lockdown, als wir ihn bis Anfang März hatten - und zwar jetzt bis Mitte April», sagte Lauterbach am Sonntag im «Welt»-Interview vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag. Es gehe darum, die Zeit zu überbrücken, bis die Impfungen an Tempo aufnähmen und flächendeckend in allen Schulen und Betrieben Schnelltests zur Verfügung stünden. «Ideal wäre ein kurzer, harter Lockdown für drei bis vier Wochen, bis das Testen in Schulen und Betrieben richtig steht.»

Lauterbach warnte eindringlich vor den Folgen der Ausbreitung der Virus-Variante B.1.1.7. Diese sei ansteckender und tödlicher. Daher steckten sich auch Kinder leichter an, und 70-Jährige würden fast so häufig wie früher 80-Jährige sterben. «Alle Länder, die die Mutation B.1.1.7 in den Griff bekommen haben, brauchten dazu einen härteren Lockdown, als wir ihn derzeit haben. Niemand kam dabei ohne Ausgangssperren aus», sagte der SPD-Politiker.

(dpa)

Gemeindetag fordert einheitliche Öffnung des Einzelhandels

10:59
21.03.2021
Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat trotz der derzeit steigenden Corona-Zahlen eine landesweit einheitliche Öffnung des Einzelhandels gefordert. Die Mitgliedsstädte und -gemeinden befürchteten, dass sich Stadtmitten und Ortskerne nach der Bewältigung der Pandemie nicht mehr von den Folgen der aktuellen Einschränkungen erholen werden, teilte eine Sprecherin des Kommunalverbands am Sonntag mit.

Die Existenz von zahlreichen Einzelhandelsgeschäften sowie Gastronomie-, Veranstaltungs- und Tourismusbetrieben sei akut gefährdet. Gemeindetagspräsident Steffen Jäger habe sich deshalb mit einem eindringlichen Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gewandt. Ein landesweit einheitlicher Betrieb des Einzelhandels solle auf Grundlage strenger Hygienekonzepte erwogen werden, so Jäger. Zumindest aber das sogenannte «Click & Meet» solle möglich bleiben.

Der Kommunalverband warnte zudem, aus den Rathäusern im Land gebe es die Rückmeldung, dass die Akzeptanz für die Beschränkungen in den letzten Wochen und Monaten deutlich abnehme und sich daraus ein wachsendes Ausweichverhalten entwickele.

Der Gemeindetag sieht in der Ausweitung der Testinfrastruktur die Möglichkeit, «ein gewisses Maß an gesellschaftlichem Leben zu ermöglichen». Wenn sich die positiven Erfahrungen in Tübingen weiter bestätigten, müsse dieser Ansatz unbedingt kurzfristig im gesamten Land ermöglicht werden, forderte Präsident Jäger mit Blick auf das Modellprojekt in Tübingen mit stadtweiten Schnelltests bei gleichzeitiger Öffnung von Handel, Außengastronomie und Kultur.

Am Montag beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Ministerpräsident Kretschmann hatte zuvor bereits wieder möglicherweise härtere Auflagen angekündigt. «Damit muss man rechnen, dass Dinge zurückgenommen und verschärft werden», sagte der Regierungschef am Freitag.

(dpa/lsw)

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