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Hansa Rostock: Erstes Spiel mit Zuschauern seit fünf Monaten

16:29
20.03.2021
Als erster Profi-Verein seit fünf Monaten hat Fußball-Drittligist Hansa Rostock wieder Zuschauer in sein Stadion lassen dürfen. Den 1:0 (1:0)-Erfolg gegen den Halleschen FC durften am Samstag 777 Fans sehen. Nur diese Zahl an Anhängern war zugelassen worden. Sie verloren sich jedoch in dem rund 29 000 Besucher fassenden Stadion.

Alle Besucher waren vor dem Einlass registriert und auf eine Corona-Infektion getestet worden. Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) bezeichnete das erste Spiel mit Zuschauern als wegweisend für andere Sportarten und Branchen. Der 48-Jährige war nur vor dem Stadion zu sehen, um sich zu informieren. Er wolle aber keinem Hansa-Fan die Karte wegnehmen, antwortete er auf die Frage, warum er nicht beim Spiel dabei sei.

Rostock hat bundesweit eine der geringsten Sieben-Tage-Inzidenzen. Das Gesundheitsamt der Hansestadt und die Landesregierung hatten ihre Zustimmung für das bundesweite Pilotprojekt gegeben. Die Erfahrungen, die der FC Hansa sammelt, sollen allen interessierten Profivereinen zugänglich gemacht werden. Gäste im Stadion waren unter anderem ein Beobachter vom Deutschen Fußball-Bund, zwei Vertreter von Union Berlin sowie Mitarbeiter von Vereinen anderer Sportarten.

(dpa)

Sorge um ihre Firmen: Händler fordern «pragmatischeren» Coronakurs

16:28
20.03.2021
In der Coronapandemie haben große Handelsketten vor einer Rücknahme der begrenzten, erst seit kurzem gültigen Einkaufsmöglichkeiten gewarnt. In einem gemeinsamen Schreiben von elf Einzelhändlern - darunter Tedi, Kik, Takko, Ernsting's family, Butlers und Thalia - heißt es, dem Handel dürfe nicht die Verantwortung für das steigende Inzidenz-Geschehen zugeschoben werden. Das Gegenteil sei der Fall, wie man am Beispiel Hannover und Thüringen sehe: «Dort sind die Inzidenzen in den letzten Tagen deutlich gestiegen - ohne dass der Einzelhandel geöffnet hat.»

Das Schreiben ist an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und an die Ministerpräsidenten der Bundesländer gerichtet, die an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Bei ihrem vorigen Treffen Anfang März, bei dem die leichten Lockerungen samt Shopping nach Termin (Click & Meet) ermöglicht wurden, war festgehalten worden, dass man bei einer Wocheninzidenz von 100 generell wieder schärfer vorgehen wolle - wie genau, könnte am Montag festgelegt werden. Es ist aber noch offen, ob Verschärfungen kommen. Klar scheint nur, dass angesichts steigender Infektionszahlen nicht weiter gelockert wird.

Die Firmen sehen sich in Coronazeiten unfair behandelt. «Der Handel bringt große Opfer und wird dafür nicht einmal adäquat kompensiert. Für unsere Branche bedeutet dies ein Geschäfts- und Unternehmenssterben auf Raten.» Dies habe schlimme Folgen für die Innenstädte.

Die Firmenchefs appellieren an die Politik, das Terminshopping beizubehalten. «Lassen Sie uns das Verfahren "Click and Meet", am besten ohne Kopplung an Inzidenzwerte, als kleinen Hoffnungsschimmer weiterentwickeln.» Die Pandemiebekämpfung sollte «kreativer, pragmatischer und wirtschaftszugewandter» werden, schreiben sie. Nicht nur die Wocheninzidenz, sondern auch die Auslastung der Klinik-Intensivbetten, der Anteil schwerer Krankheitsverläufe und vermehrte Tests und Impfungen sollten bei der Beurteilung der Coronalage berücksichtigt werden, fordern sie.

(dpa)

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