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Wieder neue Corona-Beschränkungen in Frankreich

09:57
20.03.2021
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten im Großraum Paris und anderen Teilen Frankreichs seit Samstag neue Beschränkungen. In insgesamt 16 Départements gibt es nun auch tagsüber strikte Ausgangsregeln. Viele Geschäfte sind geschlossen. Von den etwa 67 Millionen Menschen in Frankreich ist etwa jeder Dritte von den härteren Maßnahmen betroffen.

Premierminister Jean Castex hatte die neuen Regelungen am Donnerstag angekündigt. Sie sollen zunächst vier Wochen lang gelten. Im Großraum Paris mit etwa zwölf Millionen Bewohnern und anderen Gegenden hatte sich die Corona-Lage zuletzt deutlich verschlechtert.

Die regionalen Ausgangsbeschränkungen tagsüber sind weniger streng als in der Vergangenheit. Bürger dürfen sich draußen bewegen, müssen aber einem Umkreis von zehn Kilometern von ihrem Wohnort einhalten. Nachts gilt weiter im ganzen Land eine Ausgangssperre, bei der man nur in Ausnahmefällen vor die Türe darf.

Zu den 16 Départements zählen der gesamte Großraum Paris, etliche Gegenden im Norden sowie der Verwaltungsbezirk Alpes-Maritimes mit der Metropole Nizza am Mittelmeer. Schulen bleiben geöffnet.

Frankreich ist stark von der Pandemie betroffen. Insgesamt zählt das Land nach Angaben der Behörden vom Donnerstag bereits etwa 91 700 Tote. Neuere Angaben lagen zunächst nicht vor.

(dpa)

Klopapier und Kleidung: Modehändler wird in der Not kreativ

09:56
20.03.2021
Ein Modehändler in Emmendingen hat eine kreative Lösung gefunden, um weiter Ware verkaufen zu können: Zwischen den Jacken und Hosen in seinem Laden türmen sich nun Hunderte Klopapierrollen. Desinfektionsmittel, Schokolade und Kaffee hat Inhaber Marcel Jundt nun auch im Angebot. «Ich kann schließlich nicht einfach still sitzen bleiben», sagt Jundt. Dass Drogerien und Supermärkte weiter alles verkaufen dürften, er aber nicht, finde er ungerecht. Mit seiner ungewöhnlichen Aktion wolle er vor allem auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam machen.

Vom Gewerbeamt habe er für seine Produkterweiterung zusätzlich zum Verkauf von Kleidung eine offizielle Erlaubnis bekommen, sagt Jundt. Die Ladenfläche sei reduziert, es gebe Einlasskontrollen und ein Hygienekonzept. Die Rückmeldungen auf sein neues Sortiment seien überwiegend positiv, die Zahl der Kunden könne sich durchaus sehen lassen.

Der Modehändler sieht seine Klopapier-Lösung als derzeit einzigen Ausweg, um während der Pandemie noch etwas verdienen zu können, wie er sagt. Die Corona-Zahlen stiegen immer weiter, bald auch landesweit wieder über den Wert von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. «Sonst könnte ich vielleicht erst wieder in einem halben Jahr meinen Laden aufsperren.» Er hoffe, dass seine Lösung schon bald Nachahmer findet. Erste Anfragen gebe es bereits.

Der Landkreis Emmedingen hat in dieser Woche die sogenannte Notbremse gezogen, weil die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche an drei Tagen in Folge über den Wert von 100 gestiegen waren. Damit musste der Einzelhandel wieder weitgehend schließen und darf künftig nur noch Abholung anbieten. Lebensmittelgeschäfte und Drogerien dürfen seit Beginn der Pandemie durchgehend geöffnet bleiben.

(dpa/lsw)

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