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Bulgarien verschärft Corona-Maßnahmen - Gastronomie schließt wieder

11:58
18.03.2021
Bulgarien führt wegen besorgniserregend steigender Corona-Fallzahlen ab Montag erneut strengere Einschränkungen ein. Bis Ende März sollen Lokale, Fitnessstudios, Kasinos sowie Schulen, Kitas, Kinos, Theater und Museen zum dritten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen werden. In Einkaufszentren können nur Supermärkte, Apotheken sowie Banken und Versicherungen geöffnet bleiben, gab Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Donnerstag bekannt. In dem EU-Land waren erst Anfang März die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden.

Das Balkanland verzeichnete nach amtlichen Angaben vom Donnerstag 483 Neuansteckungen pro 100 000 Menschen binnen zwei Wochen. Dies sei ein Anstieg um 94 Prozent, warnte Corona-Stabchef Wenzislaw Mutaftschijski. Die Zahl der coronabedingten Todesfälle sei in diesem Zeitraum sogar um 124 Prozent gestiegen. Allein am Mittwoch waren es 136 Tote - bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen.

«Das Leben und die Gesundheit der Menschen sind am Wichtigsten», begründete Regierungschef Boiko Borissow die Wiedereinführung der unpopulären Maßnahmen. Gesundheitsminister Angelow, selbst ein Arzt, appellierte an die Politiker, die Corona-Lage nicht im Wahlkampf für die Parlamentswahl am 4. April zu missbrauchen. «Die Maßnahmen, die wir ergreifen, stützen sich auf die Medizin», betonte er. Wegen des starken Zulaufs von Corona-Patienten sind Krankenhäuser und Notdienste am Limit.

In dem Balkanland wurden am Donnerstag (Stand Mitternacht) 4201 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es noch 2774 gewesen. Seit Beginn der Pandemie starben 11 715 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. 

(dpa)

Italiens Ministerpräsident Draghi gedenkt der Corona-Toten in Bergamo

11:39
18.03.2021
Anlässlich eines Gedenktages für die Corona-Toten in Italien hat Ministerpräsident Mario Draghi in der Stadt Bergamo der Opfer gedacht. «Dieser Ort ist ein Symbol für den Schmerz einer ganzen Nation», sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank am Donnerstag vor wenigen Dutzend Anwesenden. Die Menschen in Bergamo hätten «schreckliche Tage erlebt», in denen sie keine Zeit gehabt hatten, um ihre Lieben ein letztes Mal zu begleiten.

Vor rund einem Jahr gingen erschütternde Bilder von Militär-Lastwagen um die Welt, die Särge mit Corona-Toten aus Bergamo fuhren. Die Armee musste die vielen Toten damals in Krematorien anderer Städte bringen, weil in der norditalienischen Stadt kein Platz mehr war.

Draghi weihte außerdem gemeinsam mit Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori einen Gedenkwald ein und legte am Friedhof der Stadt einen Kranz nieder. Der Wald soll später aus Obst- und Waldbäumen bestehen, die für die Toten des damaligen Corona-Ausbruchs stehen.

In Bergamo, aber auch in ganz Italien, wurde bei weiteren Veranstaltungen der Toten gedacht, vielerorts hingen die Fahnen auf halbmast. Da die Lombardei, in der Bergamo liegt, derzeit zur Roten Zone mit den strengsten Corona-Beschränkungen zählt, konnten viele Menschen nicht vor Ort dabei sein. Sie konnten im Fernsehen oder Internet zusehen.

(dpa)

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