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Lieferprobleme: London rechnet mit Verzögerungen bei Corona-Impfungen

08:39
18.03.2021
Wegen Liefersorgen rechnet die britische Regierung mit leichten Verzögerungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. «Wir haben einige Versorgungsprobleme, deshalb wird die Auslieferung des Impfstoffs etwas langsamer sein, als wir vielleicht gehofft hatten», sagte Bauminister Robert Jenrick am Donnerstag der BBC.

Er betonte jedoch, dass das Ziel, allen Erwachsenen bis Ende Juli eine erste Impfung anzubieten, nicht gefährdet sei. «Wir werden so schnell wie möglich vorankommen, aber es wird einige Wochen lang nicht so schnell sein, wie wir es uns erhofft hatten», sagte Jenrick.

Der Minister sagte, die Verzögerungen seien den Importen geschuldet. Britischen Medien zufolge gibt es Lieferprobleme in Indien. Am Vortag hatte ein Brief des nationalen Gesundheitsdiensts NHS für Aufsehen gesorgt. Demnach rechnet der NHS vom 29. März an über mehrere Wochen mit einer «signifikanten Reduzierung» der Impfstoffversorgung. Die Impfstoffhersteller Astrazeneca und Pfizer teilten mit, es gebe in Großbritannien keine Engpässe.

Im Vereinigten Königreich haben mehr als 25 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten, rund 48 Prozent der Erwachsenen. Eigenen Angaben zufolge liegt die Regierung damit vor ihrem Zeitplan, der nun aber etwas ins Stocken geraten könnte. Derzeit sind alle über 50-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen. Zuletzt hatte sich die Regierung optimistisch gezeigt, den über 40-Jährigen bereits Anfang April eine Impfung anzubieten. Dies dürfte sich nun verzögern, auch weil bisher weniger als 2 Millionen Menschen die für den vollständigen Schutz notwendige zweite Dosis erhalten haben.

(dpa)

Luftwaffe fliegt Beatmungsgeräte als Corona-Hilfe nach Brasilien

08:36
18.03.2021
Die Luftwaffe der Bundeswehr wird 80 Beatmungsgeräte in das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Brasilien fliegen. Die deutsche Hilfe soll am Freitag kommender Woche von Köln aus starten und am folgenden Tag in Manaus landen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Militärkreisen erfuhr. In der Amazonas-Metropole Manaus war im Januar der Sauerstoff ausgegangen und die Gesundheitsversorgung damit praktisch zusammengebrochen.

Die deutschen Soldaten werden dort nur etwa zwei Stunden am Boden sein und Kontakte vermeiden. Sie fliegen mit einem Airbus A310 MRTT, einem Mehrzwecktransportflugzeug. Die Beatmungsgeräte stammen aus Beständen des Bundesgesundheitsministeriums und werden im Auftrag des Auswärtigen Amtes nach Brasilien gebracht.

Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Nach Zahlen von dieser Woche haben sich insgesamt 11 439 558 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 277 102 Patienten sind bereits im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Neben Manaus ist das Gesundheitssystem auch in mehreren anderen Orten gleichzeitig zusammengebrochen oder steht vor dem Zusammenbruch. Die Nachrichten von Städten, in denen die Auslastung der Intensivbetten 100 Prozent erreicht hat oder Hunderte Patienten auf ein Intensivbett warten, häufen sich. Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus von Anfang an verharmlost hatte und mittlerweile auch den Sinn einer Impfung in Zweifel zieht, lehnt Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab.

(dpa)

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