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Umfrage: Sechs von zehn Deutschen halten Impfstopp für angemessen

13:25
17.03.2021
Mehr als die Hälfte der Deutschen befürwortet laut einer aktuellen Umfrage den Impfstopp für das Vakzin von Astrazeneca. In einer YouGov-Umfrage sprachen sich demnach rund sechs von zehn Befragten für den vorsorglichen Schritt des Gesundheitsministeriums aus. Knapp ein Drittel (27 Prozent) fand die Entscheidung unangemessen, und etwa 13 Prozent machten keine Angaben, wie das Meinungsforschungsinstitut am Dienstag weiter mitteilte. Demnach glaubt die Hälfte der Befragten, dass die Akzeptanz des Präparats wegen der Aussetzung leiden wird.

Eine Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv kam am Dienstag zu einem ähnlichen Ergebnis: Demnach hält mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten die Aussetzung und erneute Überprüfung für verantwortungsvoll. Rund 39 Prozent halten dagegen den Schritt für übertrieben.

Das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Dem folgte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag. Nach Angaben aus dem Ministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet, mehrere mit tödlichem Verlauf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht nach bisherigen Erkenntnissen keinen kausalen Zusammenhang von Thrombosen mit der Astrazeneca-Impfung.

(dpa)

WHO-Impfrat empfiehlt Zulassung von Johnson & Johnson-Impfstoff

13:23
17.03.2021
Ein unabhängiger Expertenrat für Impfstoffe empfiehlt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Firmen Janssen und Johnson & Johnson. Das Mittel habe eine Effizienz von 93,1 Prozent gegen Krankenhauseinweisungen, sagte der Vorsitzende des Rates (SAGE), Alejandro Cravioto, am Mittwoch in Genf. Die Effizienz gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 liege nach 28 Tagen bei 85,4 Prozent.

Die Notfallzulassung durch die WHO gilt mit dieser Empfehlung als Formsache. Der Rat hatte bereits die Impfstoffe von Biontech und Pfizer, von Moderna und von Astrazeneca zum Einsatz empfohlen. Anders als bei den bisherigen zugelassenen Impfstoffen reicht bei Johnson & Johnson eine Impfdosis.

Nach Angaben des Impfrats wurden auch bei Teilnehmern der Studien mit dem Johnson & Johnson Thrombosen (Blutgerinnsel) festgestellt - wie es auch in der allgemeinen Bevölkerung üblich ist. Von 44 000 Studienteilnehmern hätten 22 000 ein Placebo, 22 000 den Impfstoff erhalten. In der Placebo-Gruppe hätten zehn Patienten Blutgerinnsel erlebt, in der geimpften Gruppe 14. Statistisch gesehen sei dies kein signifikanter Unterschied.

Die Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) ist die Voraussetzung, damit UN-Organisationen den Impfstoff einkaufen und verteilen können. Ebenso können Länder, die keine eigenen Kapazitäten für wissenschaftlichen Prüfungen haben, aufgrund der Vorarbeit der WHO eine Zulassung in ihrem Land erteilen.

Für Länder wie Großbritannien, die USA oder die Mitglieder der EU und viele weitere spielt die WHO-Notfallzulassung keine Rolle. Sie machen selbst Risikoanalysen und entscheiden über eine Zulassung.

Zu möglichen Empfehlungen nach der Aussetzung von Impfungen mit den Astrazeneca-Impfstoff in mehreren Ländern machte Cravioto zunächst keine Angaben.

(dpa)

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