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Kretschmann stellt weitere Lockerung des Lockdowns ab Montag infrage

20:17
16.03.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat wegen steigender Infektionszahlen die für kommenden Montag geplante weitere Lockerung des Lockdowns infrage gestellt. «Natürlich jetzt bei der Situation werde ich mir gut überlegen, ob ich am Montag weitere Öffnungen mache», sagte der grüne Regierungschef in der ZDF-Sendung «Markus Lanz», die am späten Dienstagabend ausgestrahlt werden sollte. Er erwäge, die Öffnung erstmals auszusetzen und am Montag zunächst zu besprechen, «was wir riskieren können». Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten landesweit auf 79,8 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner gestiegen. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 60,7.

Seit gut einer Woche gibt es erste Lockerungen in Kreisen, die stabil unter einer Inzidenz von 50 liegen. So durfte die Geschäfte mit Einschränkungen wieder öffnen, auch Kitas und Grundschulen sind seitdem wieder alle auf. Im Südwesten haben zudem seit diesem Montag die 5. und 6. Klassen wieder Präsenzunterricht. Der nächste Öffnungsschritt ist eigentlich für diesen Montag vorgesehen. Allerdings soll dieser davon abhängig gemacht werden, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung der Sieben-Tage-Inzidenz geführt hat. Dann geht es zunächst um die Öffnung der Außengastronomie, von Kinos, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie um kontaktfreien Sport im Innenbereich und um Kontaktsport im Außenbereich.

Kretschmann sagte: «Wir sehen den enormen Druck aus der Bevölkerung, zu öffnen, der ist wirklich gewaltig.» Die Politik könne nicht nur Gebote und Verbote machen, sie müsse auch sehen, dass sich die große Mehrheit der Menschen daran halten. «Natürlich reden wir da immer auch mit Engelszungen, bitte denkt daran, wir wollen keine dritte Welle.» Aber: «Das verhallt oft.» Man könne womöglich weiter öffnen, wenn es Schnell- und Selbsttests in der Breite gebe - «aber das geht auch nicht von heute auf morgen».

(dpa/lsw)

Pressenhersteller Schuler während Corona-Krise erneut mit Verlusten

19:55
16.03.2021
Der Pressenhersteller Schuler hat infolge der Corona-Krise erneut Verluste gemacht. Der Auftragseingang sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Göppingen mit. Grund sei unter anderem, dass das Geschäft wegen der Pandemie monatelang weitgehend zum Stillstand gekommen sei. Die Automobilbranche, für die Schuler ein wichtiger Zulieferer ist, sei von der Krise besonders betroffen gewesen.

Geholfen habe dem Unternehmen der Wandel in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität, sagte der Vorstandsvorsitzende Domenico Iacovelli. Das Unternehmen stellt etwa auch Gehäuseteile für Elektromotoren her. Durch die Gewinne im Bereich Elektromobilität und Einsparungen durch bereits erfolgte Stellenstreichungen wolle Schuler 2021 wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Abbau weiterer Arbeitsplätze sei nicht geplant.

Um Verluste während der Krise zu verringern, setzt das Unternehmen demnach weiterhin auf Kurzarbeit. Zwischen 10 und 15 Prozent der Belegschaft arbeiteten nicht in vollem Umfang, so Iacovelli. Bis 2021 solle es keine Kurzarbeit mehr geben.

Das weltweit agierende Maschinenbau-Unternehmen will Iacovelli zufolge künftig noch stärker auf das Geschäft im Bereich Elektromobilität setzen und mittelfristig auch im Bereich der Wasserstofftechnik tätig werden. Bislang ist Schuler vor allem für seine Spitzentechnologien in der Umformtechnik zur Produktion von Karosserien und Zulieferteilen bekannt.

Seit der Übernahme durch die österreichische Andritz-Gruppe gibt Schuler keine Geschäftszahlen mehr bekannt. Im Jahr 2019 war das Konzernergebnis von plus 13,5 Millionen auf minus 121,9 Millionen Euro gesunken. Das um Restrukturierungseffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebita) hatte 8,5 Millionen Euro betragen.

(dpa/lsw)

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