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Mindestens eine Schule schert bei Präsenzunterricht aus

15:36
12.03.2021
Mindestens eine weiterführende Schule in Baden-Württemberg will sich von Montag an nicht an die Maßgabe des Präsenzunterrichts halten. Wie Ralf Scholl vom Philologenverband am Freitag in Stuttgart zunächst bestätigte, würden das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar und das Gymnasium in Schönau für ihre fünften und sechsten Klassen dann einen tageweisen Wechselunterricht anbieten. Zuerst hatte die «Stuttgarter Zeitung» berichtet.

Das Regierungspräsidium Freiburg teilte zwischenzeitlich mit, dass die Schule in Schönau nach weiteren Gesprächen jetzt doch keinen Wechselunterricht mehr machen wolle. Sie habe einen neuen Plan aufgestellt, um die Vorgabe aus dem Kultusministerium trotz aller Schwierigkeiten ab Montag umzusetzen.

Laut Scholl waren die weiterführenden Schulen auf den Wechselunterricht eingestellt, und sie hätten sich darauf vorbereitet. Der Schwenk des Kultusministeriums hin zum Präsenzunterricht bereite ihnen nun Probleme. «Die Vorgaben für den Präsenzunterricht mit vollen Klassen sind nicht durchführbar», sagte Scholl.

In der grün-schwarzen Koalition hatte es einen Streit über die Abstandsregeln in den Schulen bei der Rückkehr der fünften und sechsten Klassen gegeben. Nun wird, wie von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vorgesehen, «kein förmliches Abstandsgebot» gelten. Allerdings sollen die Schulen dafür sorgen, dass die Kinder von Montag an - wenn möglich - beim Präsenzunterricht den coronabedingten Abstand von eineinhalb Metern einhalten. «Unsere Prognose ist, dass wir spätestens übernächste Woche massiv steigende Quarantänefälle an den Schulen haben werden», sagte Scholl.

In dieser Woche habe es bereits drei schulische Quarantäne-Maßnahmen gegeben, sagte Scholl. Er kritisierte, dass die Schulen ab Montag ohne verbindlichen Mindestabstand öffnen und forderte einen Wechselunterricht, wenn der Mindestabstand in den Unterrichtsräumen nicht eingehalten werden kann.

(dpa/lsw)

Nach Corona-Infektion mit Operationen sieben Wochen warten

14:38
12.03.2021
Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erst mindestens sieben Wochen nach dem Nachweis stattfinden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an dem auch die Universitätsmedizin Halle beteiligt war. Wie die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Freitag berichtete konnte darin nachgewiesen werden, dass Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen.

Deshalb sollten planbare Eingriffe, bei denen kein Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder zwischenzeitlicher Komplikationen besteht, mindestens sieben Wochen aufgeschoben werden, erklärte Jörg Kleeff, einer der Autoren der Studie. Wenn nach den sieben Wochen die Covid-19-Symptomatik noch andauere, solle möglichst noch länger abgewartet werden, bis diese abgeklungen seien. Bei dringenden Eingriffen, wie etwa Tumoroperationen, müsse das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung streng gegen das erhöhte Operationsrisiko abgewogen werden. In bestimmten Fällen müsse dann auch früher operiert werden, so Kleeff weiter.

Die Studie des Forschungsnetzwerks «Covidsurg» wurde jetzt in der Fachzeitschrift «Anaesthesia» veröffentlicht. Das Netzwerk unter der Leitung der Universität Birmingham umfasst den Angaben zufolge über 25 000 Chirurgen und Wissenschaftler weltweit.

(dpa)

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