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Kubicki wirft Regierung stümperhaftes Vorgehen beim Impfen vor

12:47
10.03.2021
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Bundesregierung scharf wegen widersprüchlicher Aussagen zum Umfang der Corona-Schutzimpfungen attackiert. Erst am Sonntag habe Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in der Sendung «Berlin direkt» erklärt, es werde bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben, gerade einmal drei Tage später kassiere Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dies wieder, sagte Kubicki am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wer geglaubt hat, dass diese Bundesregierung den Ernst der Lage endlich begriffen hat, der muss sich ein weiteres Mal getäuscht fühlen.»

Spahn hatte am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin» zur Menge der Impfstoffe, die in den Arztpraxen verfügbar sein soll, erklärt: «Die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf 10 Millionen in der Woche wachsen.» Im April werde es zwar deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in dieser Größenordnung. Scholz hatte dagegen am Sonntag im ZDF gesagt: «Wir müssen jede Woche Millionen impfen, im März schon am Ende des Monats. (...) Es wird bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben.»

Bundestags-Vizepräsident Kubicki reagierte empört. «Die Bundesregierung spricht nicht nur nicht mit einer Stimme, die einzelnen Akteure versuchen außerdem, in der größten Krise dieses Landes plumpe parteipolitische Spielchen auf Kosten des Koalitionspartners zu betreiben», sagte er. «Es ist unerträglich, wie stümperhaft, unseriös und verantwortungsvergessen in der letzten Regierung Merkel vorgegangen wird.»

(dpa)

Corona-Auswirkungen auf Arbeitsmarkt vergleichsweise gering

11:58
10.03.2021
Die ersten Monate der Corona-Krise haben den Arbeitsmarkt im Südwesten im vergangenen Jahr laut einer Studie weit weniger hart getroffen als in den meisten anderen Bundesländern. Je nach Region und der jeweiligen Wirtschaftsstruktur fielen die Auswirkungen aber sehr unterschiedlich aus, wie eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit ergeben hat, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Als Folge der ersten Corona-Welle sind demnach von April bis Juli 2020 in ganz Baden-Württemberg rund 37 000 Menschen zusätzlich arbeitslos geworden. Gemessen an der Zahl der sogenannten Erwerbspersonen war der Corona-Effekt damit aber eher gering. Auf jeweils 1000 Erwerbspersonen kamen im Schnitt 5,7 zusätzliche Arbeitslose. Niedriger war der Wert laut Studie nur im Saarland (4,9) und in Rheinland-Pfalz (5,6). In Berlin etwa war er mit 12,4 mehr als doppelt so hoch. Der bundesweite Schnitt lag bei 6,8. Betrachte man all die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringe, zeige sich der Arbeitsmarkt «erstaunlich stabil», sagte der Chef der Regionaldirektion, Christian Rauch.

Auch innerhalb Baden-Württembergs war die Spannweite aber groß: von 2,6 im Landkreis Schwäbisch-Hall bis zu 13,7 in Baden-Baden. IAB-Studienautorin Silke Hamann führt das auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur zurück. In Baden-Baden etwa sei der Anteil von Beschäftigten im Gastgewerbe landesweit am höchsten, sagte sie.

Generell sei der Effekt in Städten, wo es viel Gastgewerbe und Kultur und ein großes Dienstleistungsangebot gebe, größer als auf dem Land. Zudem seien ausländische Beschäftigte viel stärker betroffen als deutsche, weil sie überproportional in den Branchen und Berufen mit den größten Einschränkungen tätig seien.

(dpa)

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