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Drogeriemärkte stehen bei Verkauf von Corona-Tests in Startlöchern

04:46
09.03.2021
Nach den Discountern Aldi und Lidl peilen auch die Drogeriemarktketten dm und Rossmann den Start des Verkaufs von Corona-Selbsttests an. Sofern die Lieferungen wie geplant kämen, «können wir den Corona-Schnelltest voraussichtlich im Laufe der Woche in unseren Verkaufsstellen anbieten», teilte Rossmann am Montag mit. dm erklärte, der Verkaufsstart sei für den 12. März geplant.

Ursprünglich hatten beide Ketten den Verkaufsbeginn am Dienstag (9. März) in Aussicht gestellt, dies aber an notwendige Lieferungen gekoppelt - diese kamen offenbar nicht so schnell wie erhofft.

Die Edeka-Supermärkte wollen die Tests «in Kürze» anbieten. Rewe teilte mit, seine Supermärkte sollten mit Beginn der kommenden Woche sukzessive mit dem Verkauf von Selbsttests beginnen. Auch die Discount-Töchter der beiden Handelsunternehmen, Netto und Penny, wollen in den Verkauf der Selbsttests einsteigen.

Bei Aldi war es bereits am Samstag losgegangen, die Packungen waren schnell ausverkauft. Eine Sprecherin von Aldi Süd erklärte am Montag, es sei weitere Ware unterwegs und es werde noch in dieser Woche Nachschub kommen. «Aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage kann es auch dann sein, dass die Tests zügig ausverkauft sind», so die Sprecherin. An der Kasse werde jeder Kunde weiterhin nur eine Packung bekommen. Eine Packung enthält fünf Tests.

Beim Discounter-Konkurrenten Lidl startete am Wochenende der Online-Verkauf der Tests, auch hier war die Nachfrage groß und die Webseite war zwischenzeitlich nicht erreichbar. Am Montag hieß es auf der Seite nur, die Packungen seien «demnächst bestellbar».

(dpa)

Stiko-Vorsitzender: Länder setzen sich über Impfverordnung hinweg

04:45
09.03.2021
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat die Bundesländer dafür kritisiert, dass sie sich eigenmächtig über die Impfverordnung des Bundes hinwegsetzten. «De facto wird in den Ländern schon lange gegen die Priorisierung verstoßen», sagte der Ulmer Virologe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Es seien schon jetzt viele geimpft worden, die nach wissenschaftlichen Kriterien der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären.

Wenn nun bereits Erzieher, Lehrkräfte oder Polizisten geimpft werden, rücken die Regierungen aus Sicht Mertens vom Ziel ab, die Schwächsten und Gefährdetsten für schwere Covid-19-Verläufe zuerst zu schützen. Ein Lockern der Priorisierung dürfe aber nicht dazu führen, dass diese benachteiligt werden. In Baden-Württemberg waren mit Blick auf Schulöffnungen und auf Druck von Gewerkschaften Lehrkräfte und Polizisten bei der Impfung zuletzt vorgezogen worden.

Zugleich betonte Mertens, dass die Impfreihenfolge bislang ihre gewünschte Wirkung zeige. «Die Priorisierung mit Blick auf den Individualschutz funktioniert», sagte Mertens. Die Daten etwa aus Mecklenburg-Vorpommern zeigten, dass es bereits deutlich weniger schwere Erkrankungen und Todesfälle in der Gruppe der über 80-Jährigen gebe. Sollte in Deutschland bald genügend Impfstoff zur Verfügung stehen, sollte es deshalb heißen: «Das eine tun, ohne das andere zu lassen», sagte Mertens.

Durch die beginnenden Impfungen bei Hausärzten erwartet der Virologe eine weitere Aufweichung der Impfreihenfolge. Diese würden «eine Priorisierung möglicherweise schwieriger machen». Aber er traue den Hausärzten zu, sich möglichst bei ihren Patienten an die Empfehlungen der Stiko zu halten. In dieser Woche beginnen im Südwesten die ersten Hausärzte in einem Pilotprojekt mit Corona-Impfungen, um so die Abläufe für die Regelversorgung später im Jahr zu proben.

Zur zum Teil lautstarken Kritik am schleppenden Fortgang bei den Corona-Impfungen sagte Mertens, er könne beide Seiten verstehen. Die Länder müssten den Mangel an Impfstoff verwalten, zugleich möchten viele Menschen, die laut Priorisierung noch nicht an der Reihe sind, geimpft werden. «Die Priorisierung war und ist nicht das eigentliche Problem, sondern der Mangel an Impfstoff», sagte Mertens. Auch die fehlenden Möglichkeiten zur Umsetzung der Impfreihenfolge seien ein Problem.

Zu einer nachträglichen Impfung mit einem zweiten Corona-Impfstoff sagte Mertens, zunächst sei es wichtig, dass die ersten beiden Impfungen mit demselben Impfstoff erfolgten, um eine vollständige Immunisierung zu erreichen. Aus immunologischer Sicht sollte es aber kein Problem sein, im Anschluss an eine Grundimmunisierung etwa mit einem Vektorimpfstoff, wie Astrazeneca, eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, wie etwa dem von Biontech, zu erhalten. In Großbritannien gebe es erste Studien zu dieser Frage.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie hält der Stiko-Vorsitzende es für möglich, dass künftig jedes Jahr, wie gegen die Grippe, eine Impfung gegen das Coronavirus nötig sein wird. Angesichts der steigenden Impfstofflieferungen sagte Mertens, er hoffe nicht, dass wir demnächst über eine zu geringe Impfbereitschaft diskutieren müssten. Aber auch deshalb bleibe der Schutz der Schwächsten so wichtig.

(dpa)

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