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Kapitel

Montag, 8. März

Eisenmann: Löbel sollte Masken-Provision spenden

19:03
08.03.2021
Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Susanne Eisenmann, hat den in der Masken-Affäre zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel aufgefordert, die Provision für die fragwürdigen Geschäfte zu spenden. Sie habe die Erwartung, dass Löbel das Geld an eine gemeinnützige Organisation spende, sagte die Kultusministerin am Montagabend im Online-Duell der «Stuttgarter Zeitung» mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). «Ich hoffe, dass er diesem auch folgt.» Das Verhalten des Mannheimer Politikers sei «zutiefst schädlich» gewesen. «Das gehört sich schlicht nicht.»

Löbels Firma soll Provisionen von rund 250 000 Euro kassiert haben, weil sie Kaufverträge über Corona-Schutzmasken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hat. Nach heftiger Kritik trat Löbel am Montag aus der CDU aus und zog sich auch umgehend aus dem Parlament zurück.

Eisenmann sagte auf die Frage, ob sie ausschließen könne, dass weitere Unions-Abgeordnete in die Affäre verwickelt seien: «Ich hoffe nicht.» Sie fügte hinzu: «Ich kann nicht für jeden einzelnen die Hand ins Feuer legen.» Neben Löbel ist auch der Abgeordnete Georg Nüßlein über die Masken-Affäre gestolpert. Er trat inzwischen aus der CSU aus. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte die beiden aufgefordert, das mit den Geschäften verdiente Geld zu spenden.

Kretschmann sagte, die Affäre belaste natürlich die Demokratie. «Das Gute ist: In wenigen Tagen musste er zurücktreten. So jemand kann sich nicht im Amt halten. Das zeigt, dass da eine Kontrolle da ist.» Er zweifelte an Löbels Charakterstärke. Der frühere Landeschef der Jungen Union habe im Wahlkampf vor der Landtagswahl 2016 gesagt: «Da tritt ein altersschwacher Ministerpräsident zur Wiederwahl an. Und jeder von uns weiß: Der schafft keine fünf Jahre mehr.» Das sei unmöglich gewesen.

(dpa/lsw)

Mehr als 400 neue Corona-Fälle im Land am Tag der ersten Öffnungen gemeldet

17:24
08.03.2021
Am Tag der ersten zaghaften Öffnungen im Land ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg leicht zurückgegangen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (Stand: 16.00 Uhr) stieg die Zahl der Corona-Fälle von Sonntag auf Montag um 414 auf jetzt insgesamt 324 345, die der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 um 21 auf 8291. Dem stehen schätzungsweise 302 072 Genesene gegenüber, was einer Zunahme um 600 entspricht.

Für das ganze Land ging die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage leicht von 60,5 am Sonntag auf jetzt 60,3 zurück. Am Montag sind die gemeldeten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Vier Kommunen weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 35 auf. Neben dem Landkreis Böblingen (34,4) sind das der Schwarzwald-Baar-Kreis (31,5), der Kreis Tübingen (27,1) und die Stadt Heilbronn (31,6). Allerdings haben nur noch die Landkreise Schwäbisch Hall mit 172,3 und nun auch der Kreis Konstanz (100,9) dreistellige Werte. Weiterhin liegen 27 Stadt- und Landkreise über dem Grenzwert 50.

Wo die Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei unter 50 liegt, dürfen Geschäfte seit Montag wieder komplett öffnen - jedoch unter Auflagen wie Maskenpflicht und einer Begrenzung der Kundenzahl. Das trifft derzeit laut Landesgesundheitsamt auf 17 Kreise und Städte im Land zu.

(dpa/lsw)

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