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Schnelltests und Selbsttests - was steckt dahinter?

10:12
06.03.2021
Bei Lockerungen von Corona-Beschränkungen setzt die Bundesregierung auf Tests, die nicht extra im Labor ausgewertet werden müssen. Angeboten werden soll künftig zumindest ein kostenloser Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Dazu wird durch geschultes Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Die Probe kommt auf einen Streifen, der nach 15 bis 20 Minuten mit einer Verfärbung reagiert.

Selbsttests für Zuhause können in konkreten Alltagssituationen helfen, etwa bei Privatbesuchen. Sie müssen in Apotheken, Geschäften oder im Internet gekauft werden. Selbsttests funktionieren ganz ähnlich wie die Schnelltests. Der Unterschied: Sie werden selbst durchgeführt und die Probe wird aus dem vorderen Nasenbereich entnommen. Gebrauchshinweise sind zu beachten. In absehbarer Zeit könnten auch noch Gurgel- und Spucktests hinzu kommen.

Sowohl beim Schnell- als auch beim Selbsttest gilt: Ein positives Ergebnis muss unabdingbar durch einen PCR-Test überprüft werden. Und auch bei einem negativen Ergebnis sind die Corona-Regeln weiterhin einzuhalten.

(dpa)

Italiens Frauen verlieren ihre Jobs durch Corona

10:07
06.03.2021
Es ist ein Schock für Italien, aber keine Überraschung: Während der zweiten Corona-Welle sind im Dezember 2020 in dem Mittelmeerland gut 100 000 Jobs im Vergleich zum Vormonat verloren gegangen - und mehr als 90 Prozent davon gehörten den Angaben zufolge Frauen. Seitdem das Statistikamt in Rom diese Zahlen im Februar genannt hat, laufen Debatten: Kann es sein, dass Italien - in Frauendingen in Europa ohnehin kein Vorbild - bei den Bemühungen um Gleichstellung weiter zurückfällt?

Experten halten den Dezember-Wert für einen Ausreißer. Der Jahresvergleich sah etwas besser aus, sorgte aber gleichfalls für Alarm: Im Vergleich zum Dezember 2019 sank die Beschäftigung in Italien Ende 2020 um rund 444 000 Stellen - und rund 70 Prozent davon waren Arbeitsplätze von Frauen. Das passierte, obwohl die Regierung in Rom wegen der Pandemie einen Entlassungsstopp verhängt hatte, der bis Ende März läuft. Spielen hier alte Macho-Traditionen mit? Oder zeigen sich in Italien Tendenzen nur krasser, die laut Warnungen zum Weltfrauentag (8. März) auch in Deutschland in Ansätzen erkennbar sind?

«Wenn man verstehen will, wieso die Pandemie sich so stark negativ auf die weibliche Erwerbstätigkeit in Italien ausgewirkt hat, muss man ein Bild davon haben, wie es vor der Pandemie war», erläutert Michela Morandini, Gleichstellungsrätin in Südtirol. Dieses Bild sei im Urlaubsparadies Italien düster gewesen, sagt sie. Strukturschwächen und etwa das Fehlen wirksamer Frauenförderung erhielten in der Virus-Krise einen Schub.

Schon vorher war nur eine von zwei Italienerinnen offiziell beruflich tätig. Mit dieser Beschäftigungsquote um 50 Prozent gehört das Land zu den EU-Schlusslichtern. In Deutschland liegt die Jobquote für Frauen laut EU-Zahlen (2019) um die 20 Prozentpunkte höher.

Italienerinnen hätten zudem häufiger befristete Verträge, listet Morandini auf. Frauen arbeiteten häufiger in Teilzeit als Männer, seien stärker in prekären Arbeitsverhältnissen tätig und zudem in jenen Sektoren aktiv, die von Corona stark betroffen seien wie Tourismus, Reinigungsgewerbe, Handel und Dienstleistung. Dass solche Unterschiede auch in Deutschland ein Problem sind, hob das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag hervor.

Die Zeitung «La Repubblica» wies in einer Analyse darauf hin, dass das staatliche Entlassungsverbot in Italien feste Industriejobs geschützt habe. Aber Zeitverträge, oft mit Frauen besetzt, durften auslaufen.

Für das Land mit rund 60 Millionen Menschen kommt hinzu: «Bereits vor der Pandemie hinkte Italien in Bezug auf flächendeckende Betreuungsangebote für Kinder hinterher», sagt Morandini - wobei es große Unterschiede zwischen den Regionen gebe. Durch die Kontaktsperren seien informelle Hilfsmöglichkeiten weggefallen. Großeltern, Familie überhaupt, seien als Säule weggebrochen. «Expertinnen nehmen an, dass die Unplanbarkeit der Maßnahmen viele Frauen dazu getrieben hat, keine Arbeit zu suchen beziehungsweise ihre Arbeit aufzugeben.»

Auch in Deutschland ist die Erwerbstätigkeit in der Corona-Krise um rund 700 000 Stellen geschrumpft, wie der Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, Holger Schäfer, erläutert. Das sei ein Minus von rund 1,6 Prozent. Besonders betroffen waren nach seinen Angaben Minijobber, die nur wenige Wochenstunden tätig sind. Ihr Anteil an den Jobverlusten habe rund die Hälfte betragen. «In diesem Bereich sind in Deutschland zu 60 Prozent Frauen tätig», erläutert er. Trotzdem sprechen diese Daten nicht für so extreme Unterschiede wie in Italien.

(dpa)

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