Das Bildungsministerium in Thüringen hat sich verhalten zu der von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz angekündigte Öffnung der Schulen für alle Kinder im März geäußert. «Ob das jetzt im März alles noch klappt (...) - das ist Glaskugelleserei», sagte ein Sprecher am Freitag in Erfurt.
«Wir können jetzt nicht zusagen, dass im März alle Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Aber gleichzeitig können wir das auch nicht jetzt schon als Ziel abschreiben.» Man habe die Lockerungsschritte definiert und sei teilweise gut dabei, teilweise jedoch aufgrund hoher Inzidenzen im bundesweiten Vergleich noch zurückgeworfen.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), hatte zuvor gesagt, noch im März sollten alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule gehen können. Für den Thüringer Lehrerverband (tlv) ist das ein fragwürdiger Plan: «Die Schulen sind nach wie vor kein sicherer Ort», sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch. Dies gelte umso mehr, da die Inzidenzzahlen in vielen Regionen des Freistaats weiterhin zu den höchsten im Bundesgebiet zählten. Der tlv fordert daher, die weiterführenden Schulen erst dann zu öffnen, wenn auch das dort beschäftigte Personal die Chance hat, sich impfen zu lassen.
Thüringen ist deutschlandweit Infektions-Spitzenreiter - «und deswegen sind wir nicht an erster Stelle, was Lockerungen angeht», sagte der Ministeriumssprecher. Man sei sich aber einig, «dass Schulen und Kindergärten eine Priorität haben bei Lockerungsschritten».