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Thüringer Bildungsministerium bleibt bei Schulöffnungen zurückhaltend

11:27
05.03.2021
Das Bildungsministerium in Thüringen hat sich verhalten zu der von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz angekündigte Öffnung der Schulen für alle Kinder im März geäußert. «Ob das jetzt im März alles noch klappt (...) - das ist Glaskugelleserei», sagte ein Sprecher am Freitag in Erfurt.

«Wir können jetzt nicht zusagen, dass im März alle Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Aber gleichzeitig können wir das auch nicht jetzt schon als Ziel abschreiben.» Man habe die Lockerungsschritte definiert und sei teilweise gut dabei, teilweise jedoch aufgrund hoher Inzidenzen im bundesweiten Vergleich noch zurückgeworfen.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), hatte zuvor gesagt, noch im März sollten alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule gehen können. Für den Thüringer Lehrerverband (tlv) ist das ein fragwürdiger Plan: «Die Schulen sind nach wie vor kein sicherer Ort», sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch. Dies gelte umso mehr, da die Inzidenzzahlen in vielen Regionen des Freistaats weiterhin zu den höchsten im Bundesgebiet zählten. Der tlv fordert daher, die weiterführenden Schulen erst dann zu öffnen, wenn auch das dort beschäftigte Personal die Chance hat, sich impfen zu lassen.

Thüringen ist deutschlandweit Infektions-Spitzenreiter - «und deswegen sind wir nicht an erster Stelle, was Lockerungen angeht», sagte der Ministeriumssprecher. Man sei sich aber einig, «dass Schulen und Kindergärten eine Priorität haben bei Lockerungsschritten».

(dpa)

Österreich führt Gespräche über Impfstoffe aus Russland und China

11:26
05.03.2021
Österreich hat Interesse an Impfstoffen gegen das Coronavirus aus Russland und China. Das bestätigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag in Wien. «Es laufen Gespräche mit unterschiedlichen Herstellern.» Sollte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zum Beispiel für den russischen Impfstoff Sputnik eine Zulassung erteilen, dann «ist es natürlich auch eine Option für viele europäische Länder, unter anderem auch für Österreich», so Kurz.

Das Land bemüht sich unter anderem durch eine jüngst vereinbarte Impfstoff-Allianz mit Dänemark und Israel, das Tempo beim Impfen zu steigern.

Es sei erfreulich, dass die österreichische Firma Polymun Scientific die Herstellung von Zwischenprodukten für den Impfstoff der Firma Biontech im ersten Halbjahr von 15 auf 20 Millionen Dosen steigern könne, hieß es. Die zusätzlichen Dosen würden in der EU verteilt, so Kurz.

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Österreich zeigte sich Kurz nicht überrascht. Die Zahlen «steigen nach wie vor in einem erwartbaren Ausmaß». Am Freitag wurden binnen 24 Stunden 2668 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gezählt, das entspräche unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl rund 20 000 Fällen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 170. Österreich hatte am 8. Februar alle Geschäfte und viele Dienstleister wieder geöffnet. Millionenfache Tests sollen die Öffnungsschritte absichern.

(dpa)

Steinmeier: 70 000 Corona-Tote sind «erschütternde Dimension»

11:23
05.03.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die vielen Menschen erinnert, die in Deutschland im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben sind. Mehr als 70 000 Menschen seien dem Virus bereits zum Opfer gefallen - «das ist und das bleibt eine erschütternde, verstörende Dimension», sagte das Staatsoberhaupt am Freitag in Berlin bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen.

Hinter jeder einzelnen Zahl stehe ein Schicksal, stehe ein Mensch, der von uns gegangen sei. «Dahinter stehen Menschen, die ihre Liebsten verloren haben, Menschen, die gebangt, gezittert, gekämpft haben, die sich manchmal nicht einmal verabschieden konnten. Dahinter stehen unendliche Trauer und unendlicher Schmerz und ja, manchmal auch Bitterkeit.» Viele Menschen hätten von ihren Liebsten nur im allerkleinsten Kreis Abschied nehmen können, selbst nächste Verwandte und Freunde seien von der Trauerfeier ausgeschlossen worden.

Steinmeier sagte, Deutschland solle der Verstorbenen auch als Gemeinschaft gedenken. Dazu solle am 18. April in Berlin eine Gedenkfeier mit der Staatsspitze, Hinterbliebenen und je nach Pandemielage möglicherweise weiteren Gästen stattfinden. «Als Bundespräsident halte ich es für sehr wichtig, dass wir innehalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie – auch von jenen, die nicht dem Virus zum Opfer gefallen sind, aber genauso einsam gestorben sind», sagte der Bundespräsident.

(dpa)

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