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20210305112418

Weniger Insolvenzanträge im Südwesten trotz Pandemie

10:27
05.03.2021
Trotz der für viele Privatpersonen und Betriebe existenzbedrohenden Corona-Pandemie hat es im vergangenen Jahr weniger Insolvenzanträge im Südwesten gegeben. Die Zahl der beantragten Firmen-Insolvenzverfahren sank im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 1724, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mitteilte. Noch deutlicher fiel die Zahl der Insolvenzverfahren für Privatpersonen - nämlich um 27 Prozent auf 6086.

Hintergrund dürften mehrere Maßnahmen sein, die die Politik zur Abmilderung der Pandemiefolgen auf den Weg gebracht hatte. So wurde die Insolvenzpflicht im Rahmen der Corona-Krise ausgesetzt, obendrein flossen teils üppige Hilfskredite und Zuschüsse.

Zum starken Rückgang der Privatinsolvenzen dürfte laut Landesamt ein Gesetz zur Verkürzung der Restschuldbefreiung beigetragen haben. Wenn ein Verbraucher eine Insolvenz anmeldet, winkt neuerdings im Regelfall ein beschleunigter Neuanfang: Betroffene werden dann schon nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit. Man könne vermuten, dass überschuldete Personen wegen des erst im Dezember rückwirkend zum 1. Oktober beschlossenen Gesetzes ihre Insolvenzanträge zunächst zurückgestellt haben, hieß es.

(dpa/lsw)

Kretschmann beklagt «ernste Versäumnisse» bei Selbsttests im Bund

10:26
05.03.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dem Bund «ernste Versäumnisse» wegen der späten Bestellung von Corona-Selbsttests vorgehalten. Er verstehe nicht, warum der Bund hier nicht schneller und umfangreicher gehandelt habe, sagte der Grüne am Freitag bei der Sondersitzung des Landtags in Stuttgart zu den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. «Da ist leider noch nichts passiert.» Erst seit kurzem gebe es eine gemeinsame Plattform von Bund und Ländern, um Schnelltests in großem Stil zu bestellen. «Wir verlieren da leider wieder wertvolle Zeit», beklagte Kretschmann.

Der Regierungschef geht trotzdem davon aus, dass es möglich ist, von Montag an allen Bürgerinnen und Bürgern einen kostenlosen Schnelltest anzubieten. «Bei allen Tests soll das Ergebnis dokumentiert werden.» Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor in Berlin erklärt, es seien für alle Bürger ab kommender Woche ausreichend Tests vorhanden. Das werde nicht überall gleich an diesem Montag der Fall sein, aber viele Bundesländer hätten angekündigt, loslegen zu wollen. «Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da», betonte Spahn.

Auch Selbsttests für zu Hause kämen jetzt auf den Markt, Hersteller hätten signalisiert, 20 Millionen pro Woche herstellen zu können, erklärte der Minister. Er bot sich den Ländern als «Kontaktbörse» an, um Kontakt zu Testherstellern zu vermitteln, damit Tests etwa für Schulen und Kitas bestellt werden könnten.

(dpa/lsw)

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